Lüneburg - Eine mutmaßlich rechtsextrem eingestellte Erzieherin soll in Kürze an ihren Arbeitsplatz in einem Lüneburger Kindergarten zurückkehren. Die Frau hatte vor dem Arbeitsgericht erfolgreich gegen ihre Versetzung geklagt.
Die meisten betroffenen Eltern wollen ihre Kinder aus der Einrichtung nehmen und möglicherweise eine eigene Kita gründen. „Wir haben heute die Kündigungsandrohungen für 51 von 63 Kindern der Stadt übergeben“, sagte am Freitag ein Sprecher der Elterninitiative der Kita „Am Marienplatz“. Die Eltern hätten nicht das Vertrauen, der Frau weiterhin ihre Kinder anzuvertrauen.
„Wir haben durchaus Verständnis für die Position der Eltern“, erklärte ein Sprecher der Stadt Lüneburg auf Anfrage zu den angedrohten Abmeldungen. Allerdings sei die Stadt durch das Gerichtsurteil gebunden, die Erzieherin wiedereinzugliedern.
Die Frau war vor einigen Jahren nach rund zehnjähriger Elternzeit in die Kita zurückgekehrt. Nach Bekanntwerden ihres rechten Umfelds wurde sie allerdings bereits nach einer Woche wieder suspendiert.
Die Frau ist nach Angaben der Elterninitiative mit einem NPD-Funktionär verheiratet. Sie soll ihre eigenen Kinder zu Freizeiten der inzwischen verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ geschickt haben. Die Erzieherin bezeichne sich allerdings selbst als unpolitisch, sagte der Sprecher der Initiative.
Drei Kindergartenkinder seien bereits von ihren Eltern abgemeldet worden. Bis zum Sommer haben die Eltern nun eine eigene Betreuung organisiert. Wie es danach weitergehen soll, will die Elterninitiative mit der Stadt Lüneburg verhandeln.
