Hannover - In der Landwirtschaft wächst die Unzufriedenheit mit steigenden Kauf- und Pachtpreisen für Agrarland – es wird auch durch den Einstieg branchenfremder Investoren immer teurer. Das Landvolk in Hannover mahnt Gegenmaßnahmen an. Der Verband forderte die schwarz-gelbe Landesregierung auf, Gesetzeslücken zu schließen, um Privatinvestoren ihr Vorgehen zu erschweren. Die Landtagsgrünen haben einen Gesetzentwurf mit dem gleichen Ziel eingebracht.

Sie fordern zum Schutz vor Spekulanten eine Änderung des Grundstücksverkehrsrechts. Die Bauern sollen ein Vorkaufsrecht für Nutzflächen erhalten. Der Preis für den Erwerb darf maximal 20 Prozent über dem örtlichen Durchschnitt liegen. Die Landwirte müssten zudem ein vorrangiges Pachtrecht bekommen.

„Damit könnten die Finanzhaie aus dem Markt gedrängt werden, und wir dämpfen den ruinösen Preisanstieg“, erklärte Grünen-Fraktionsvize Christian Meyer. Lebensmittelproduktion und fruchtbarer Boden dürften keine Spekulationsobjekte sein. Die Grünen vergleichen die Spekulationsgeschäft mit Land in Niedersachsen bereits mit dem „Landgrabbing“ in der dritten Welt.

Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) sieht das ganz anders. „Von Landraub in Niedersachsen zu sprechen, geht weit an der Realität vorbei“, sagte Ministeriumssprecher Christian Wittenbecher dieser Zeitung.

Es gebe zwar außerlandwirtschaftliche Investoren auf dem Bodenmarkt, diese hätten aber keinen wesentlichen Einfluss auf die Strukturen und seien nicht „wesentliche Ursache für die Preisentwicklung am Markt“. Dafür sei vielmehr die bekannte Konkurrenz um Flächen innerhalb der Landwirtschaft verantwortlich, so Lindemanns Sprecher. Wie berichtet, wächst etwa der Bedarf an Maisflächen für Biogas.