Oldenburg/Hannover - Zwar steht die Finanzierung durch das Land noch auf wackeligen Beinen, doch die Universitäts-Medizin Oldenburg (UMO) hat eines ihrer wesentlichen Ziele schon erreicht. „Ausbildung in der Region für die Region“, lautete stets das Motto seit der Gründung der Uni-Medizin vor zehn Jahren. Das geht aus Daten von 99 der bisher 128 Absolventen an der European Medical-School (EMS) hervor. Danach machen 49 Mediziner aktuell ihre Weiterbildung in den vier Oldenburger Kooperationskrankenhäusern, weitere 17 in umliegenden Krankenhäusern im Nordwesten.
Netzwerk für Medizin
Von diesen 17 sind unter anderen vier in Vechta aktiv, so Professor Dr. Hans Gerd Nothwang, Dekan der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften. Ansonsten verteilten sich die Absolventen auf die Kliniken in Sanderbusch, Sögel, Westerstede, Wilhelmshaven und Bremen. Zwei Absolventinnen wechselten nach Groningen (Niederlande). 31 weitere sind bundesweit verteilt: Dabei ragen Hamburg (5), Frankfurt/Main (4) und Münster (3) heraus. Stationen seien aber auch Berlin, Würzburg, Hannover und Braunschweig. Die Hochschule spricht von UMO, um die Gleichwertigkeit mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Uni-Medizin Göttingen (UMG) in Niedersachsen hervorzuheben.
Die Uni-Medizin hat ein sogenanntes „Alumni-Netzwerk“ gegründet, um die Beziehungen zu den ehemaligen Studierenden zu pflegen. Bis Ende 2021 gehörten insgesamt 97 Absolventinnen und Absolventen dem Netzwerk an. Bei einer ersten Befragung hatten 33 Mediziner angegeben, an einem der Krankenhäuser im Nordwesten zu arbeiten. Nach einer Analyse der Abschlussjahrgänge an der MHH bleiben 70 Prozent der Absolventen in Niedersachsen.
Zum aktuellen Wintersemester 2023/2024 hat das Land Niedersachsen die sogenannte Landarztquote eingeführt. Danach reserviert das Land per Vorabquote jährlich 60 Studienplätze der Humanmedizin für Studierende, die sich für eine Tätigkeit als Hausärztin oder Hausarzt im ländlichen Raum entscheiden. Nach Angaben des Sozialministeriums in Hannover wurden über die Quote 45 Studienplätze zum jetzigen Wintersemester vergeben – 15 in Göttingen, 18 in Hannover sowie zwölf in Oldenburg. Dazukommen im kommenden Sommersemester weitere 15 Studierende in Göttingen. Göttingen lässt als einziger Standort in Niedersachsen sowohl zum Wintersemester als auch zum Sommersemester Studierende der Humanmedizin zu. Auf die insgesamt 60 Studienplätze gab es laut Sozialministerium rund 300 Bewerbungen.
Quoten genau festgelegt
Die Verteilung ist über Quoten, die sich an der Gesamtzahl an Studierenden der Humanmedizin orientiert, genau festgelegt. Oldenburg könne also nur mehr Studierende über Landarztquote aufnehmen, wenn die Gesamtstudienzahl hier erhöht .
„Bei allen Standorten ist sehr wahrscheinlich die Quote erfüllt“, erklärte Nothwang. Zur beruflichen Vorbildung und dem sozialen Hintergrund der Studierenden der Landarztquote kann die Uni Oldenburg allerdings keine Aussagen machen.
