VAREL/PAPENBURG - VAREL/PAPENBURG/DRU - Die sofortige Ausschreibung der Bauarbeiten für einen neuen Notfallschlepper in der Deutschen Bucht haben die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN, Varel) und der FDP-Bundestagsabgeordnete Hans-Michael Goldmann (Papenburg) gefordert. Es könne nicht angehen, dass die Ausschreibung vier Monate nach dem Grundsatzbeschluss des Bundestages zur Anpassung des Notschleppkonzeptes an veränderte Bedingungen der Seeschifffahrt noch immer nicht auf den Weg gebracht sei.

Wenn das Verkehrsministerium dazu in einem angemessenen Zeitraum nicht in der Lage sei, müsse darüber nachgedacht werden, solche Aufgaben zukünftig an ein Ingenieurbüro zu vergeben, erklärte Goldmann. Bis November müssten die notwendigen Schritte unter Dach und Fach seien, ansonsten müsse sich der Verkehrsausschuss des Bundestages erneut mit der Thematik beschäftigen.

Nach Angaben von SDN-Vorstandssprecher Hans von Wecheln war die Notschlepper-Ausschreibung ursprünglich für Anfang 2005 vorgesehen. Durch einen Fehler bei der Beantragung der erforderlichen Haushaltsmittel wurde die Ausschreibung jedoch verzögert. Zeitgleich mit dem Beschluss des Bundestages im Juni dieses Jahres wurden die Finanzmittel bewilligt. „Jetzt entsteht der Verdacht, dass die Ausschreibung um ein weiteres Jahr verzögert werden soll“, sagte von Wecheln.

Dabei sei eine schnelle Verbesserung des Sicherheitskonzeptes wegen standortpolitischer Entscheidungen im Küstenraum dringend erforderlich. Handlungsbedarf resultiere aus der Vertiefung von Elbe und Weser, dem Bau des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven, der „Wendeplatte“ für Containerriesen vor Bremerhaven, die zunehmenden Transportgrößen von Containerschiffen und Planungen für Offshore-„Windparks“.