VECHTA - Mit den Begriffen „Fracking“ oder „unkonventionellem Erdgas“ konnten vor einem Jahr wohl nur Experten etwas anfangen. Mittlerweile sind sie für viele Bürger zu Reizworten geworden. Im emsländischen Lünne hat sich Ende 2010 eine Bürgerinitiative gegründet, die sich gegen ein „Fracking“-Vorhaben des Energieriesen Exxon Mobil in ihrer Gemeinde wehrt. Am Montagabend wollte sie von vier Landtagsabgeordneten wissen, wie ihre Parteien in Niedersachsen zu dem Thema stehen.

Beim „Fracking“ wird mit hohem Druck in große Tiefen ein Cocktail aus Wasser, Sand und Chemikalien gepresst, um die Gesteinsschichten aufzubrechen.

Das Verfahren wird in Niedersachsen seit 35 Jahren angewendet. Inzwischen aber gibt es Ängste: Im Emsland hatten sich die Bürgerinitiative und Lokal- sowie Kreispolitiker im Frühjahr über Parteigrenzen hinweg auf eine gemeinsame Resolution geeinigt. Darin wurde gefordert, auf „Fracking“ zu verzichten, solange es keine Umweltverträglichkeitsprüfung von unabhängigen Gutachtern gebe.

Die SPD hat einen Antrag zur Änderung des Bergrechts eingebracht, der eine Umweltverträglichkeitsprüfung verbindlich mache, sagte die Meppener SPD-Abgeordnete Karin Stief-Kreihe. Sie wisse aus Vechta, wo auch „gefrackt“ wird, dass es bei den dortigen Verantwortlichen des Wasserwerkes große Ängste gebe.