VECHTA/OLDENBURG - Der Angeklagte hatte sogar Bekannte seiner albanischen Freundin verdächtigt. Gegenüber der Kripo wirkte Tariq A. „cool“.
Von Franz-Josef Höffmann
VECHTA/OLDENBURG - „Bitte, bitte, sag uns, wo der Kopf ist“: Erst dieses Flehen einer früheren Freundin hat Tariq A. veranlasst, den Ort preiszugeben, wo er den Kopf seiner Tochter verscharrt hatte. Das berichteten gestern vor der Oldenburger Schwurgerichtskammer Ermittler der Sonderkommission „Daren“.Der 33 Jahre alte Pakistani aus Vechta ist – wie berichtet – angeklagt, am 5. August vergangenen Jahres seine dreijährige Tochter getötet und enthauptet zu haben. An zwei verschiedenen Stellen in Vechta und Lohne hatte er nach seinen ersten Aussagen vor der Kripo Leichenteile (Rumpf und Kopf) vergraben.
DNA-Analysen und Hinweise aus der Bevölkerung hätten auf die Spur von Tariq A. geführt. Doch der habe anfangs bestritten, dass es sich bei der Leiche um Nadia handeln würde, berichteten die Ermittler. Seine Tochter halte sich in Pakistan auf. „Das hat der so glaubhaft und cool rübergebracht, dass ich erst dachte, wir liegen falsch", so ein Kripobeamter gestern. Der Hinweis, die DNA-Analysen würden die Wahrheit ans Tageslicht bringen, habe dem 33-Jährigen aber die Zunge gelöst: „Ja, es ist Nadia". Er habe sie am 5. August mit abgetrenntem Kopf im Kinderbettchen aufgefunden.
„Und dann habe ich das gemacht, was alle Väter machen würden", habe der Angeklagte das Verscharren der Leichenteile erklärt. In einer weiteren Vernehmung hatte der 33-Jährige dann ausgesagt, er selbst habe seiner toten Tochter den Kopf abgeschnitten. Nach Aussage des Kripobeamten soll sich die Freundin, an der der Angeklagte sehr gehangen habe, am 5. August, dem Tattag, von Tariq A. getrennt haben. Der 33-Jährige hatte auch die albanischen Freunde dieser Frau verdächtigt, seine Tochter getötet zu haben. Er selbst habe nur den Kopf abgeschnitten und die Leichenteile „entsorgt". Der Beamte berichtete gestern vor Gericht, dass in der Wohnung des Angeklagten kein Blut gefunden worden sei.
Das Gericht will an den nächsten Verhandlungstagen Antworten auf diese Ungereimtheiten finden. Wie berichtet, hatte Tariq A. am ersten Verhandlungstag alle früheren Aussagen vor der Polizei widerrufen.
