Hannover/Wolfenbüttel - Die Betreuung von Flüchtlingskindern und das Programm an Ganztagsgrundschulen haben bei der Jahrestagung des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) Niedersachsen im Mittelpunkt gestanden. Der Verband tagte am Sonnabend im Rathaus in Wolfenbüttel. Johannes Schmidt, Vorsitzender des Verbandes in Niedersachsen, hatte vorab die Betreuung von Kindern mit Fluchterfahrung kritisiert: „Ich bezweifle, dass wir ausreichend vorbereitet sind“, sagte Schmidt der Deutschen Presse Agentur.
Die Kinder seien häufig verängstigt und traumatisiert. Es müsse sichergestellt werden, dass die Betreuer der Jugendhilfe- und pflege darauf vorbereitet seien und nicht von der Politik vor vollendete Tatsachen gestellt würden. Bereits seit 60 Jahren betreue der Verband Kinder mit Fluchterfahrung verschiedener Nationalitäten. „Aber jetzt beginnt eine Epoche mit Kindern, die komplett in Heimatlosigkeit leben“, sagte Schmidt.
Um die Qualität von Ganztagsgrundschulen besser zu prüfen, möchte der DKSB eine Landesarbeitsgemeinschaft gründen. Daraus sollen später feste Maßstäbe für die Ganztagsschulen entstehen. „Es wird geprüft, ob die Ganztagsschulen konform sind mit den UN-Kinderrechten“, sagte Schmidt. Der Landesverband erlebte zuletzt eine große Solidaritätswelle, nachdem er im März die an Sebastian Edathy verordnete Geldauflage abgelehnt hatte. Rund 160 000 Euro seien seit dem Tag nach der Ablehnung des Geldes im März gespendet worden – das Fünfzigfache der gewöhnlichen Summe.
