VERDEN/MüNCHEN - VERDEN/MÜNCHEN/LNI - Mit friedlichen Aktionen haben rund 5000 Menschen am Sonnabend in Verden (Aller) gegen einen NPD-Aufmarsch protestiert. Mehr als 100 Initiativen und Vereine hatten die Innenstadt in eine Kulturmeile verwandelt und ein Angebot aus Musik, Politik und Sport organisiert. 750 Teilnehmer folgten einem Aufruf zur Demonstration gegen den NPD-Aufmarsch. Dazu waren rund 200 NPD-Anhänger aus ganz Norddeutschland angereist. Die Polizei hatte nach inoffiziellen Angaben mehr als 1000 Beamte eingesetzt.

Vereinzelt hatten Störer Flaschen und Eier in Richtung der NPD-Marschierer geworfen. Die Polizei sprach von 500 aus Großstädten angereisten Gewaltbereiten. 13 von ihnen seien in Gewahrsam genommen worden. Sie hätten versucht, die NPD-Kundgebung durch Straftaten zu stören. Die Polizei setzte vereinzelt Schlagstöcke ein. Bei einer Rangelei stürzte ein Beamter und verletzte sich leicht. Am Bahnhof kam es zu kleineren Zusammenstößen, als NPD-Anhänger und Gegner aufeinander trafen.

Der Landkreis Verden kämpft seit Monaten dagegen, dass sich Neonazis bei Dörverden festsetzen. Der als Rechtsextremist eingestufte Hamburger Rechtsanwalt Jürgen Rieger nutzt dort ein ehemaliges Bundeswehrgelände, den Heisenhof. Es wird befürchtet, dass Rieger ein Zentrum für rechtsextremistische Aktivitäten aufbauen will.

In München versammelten sich rund 6000 Menschen, um gegen eine Demonstration von rund 250 Neonazis zu protestieren. Die Polizisten nahmen 53 Personen aus

dem rechten und linken Lager wegen Verstößen gegen das Versammlungsrecht fest.