Hannover - Rund 3000 Mitarbeiter der kommunalen Kindertagesstätten in Niedersachsen haben am Dienstag ihre Arbeit niedergelegt. Schwerpunkte der Warnstreiks waren der Großraum Hannover, die Regionen Hameln, Nienburg und Wolfsburg sowie der Süden des Landes.

Alleine in Hannover und Peine demonstrierten laut Gewerkschaft „Verdi“ rund 2600 Erzieher und Sozialpädagogen für mehr Anerkennung und eine bessere Bezahlung. „Wir rechnen mit rund 1200 Teilnehmern in Hannover und 600 in Peine“, hatte „Verdi“-Sprecher Ulf Birch im Vorfeld gesagt. „Verdi“ will mit bundesweiten Protesten in dieser Woche den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die stellvertretende „Verdi“-Landesleiterin Susanne Kremer appellierte an die Arbeitgeber, sie sollten auf die Anliegen der Beschäftigten eingehen: „Die Erzieherinnen und Sozialarbeiter sind für ihre Forderungen kampfbereit.“ Am Donnerstag finden in Düsseldorf die nächsten Tarifgespräche statt. Die Gewerkschaften „Verdi“ und GEW fordern eine bessere Eingruppierung und damit Bezahlung von bundesweit 240 000 Kinderpflegern, Erziehern und Sozialarbeitern in kommunalen Einrichtungen. „Verdi“ spricht von einer Einkommensverbesserung von rund zehn Prozent. Indirekt sollen von einem Tarifergebnis auch mehr als 500 000 Beschäftigte bei freien und kirchlichen Trägern profitieren, da Tarifverträge hier übernommen werden oder als Orientierung dienen.

Die Vereinigung Kommunaler Arbeitgeberverbände wies pauschale Erhöhungen bei den ersten beiden Verhandlungsrunden jedoch zurück. „Verdi“-Chef Frank Bsirske drohte deshalb bereits mit wochenlangen Streiks. In Hannover, Hameln, Hessisch Oldendorf, Laatzen, Burgdorf, Peine und Rotenburg bekamen die Eltern bereits jetzt einen Vorgeschmack darauf. Hier blieben am Dienstag alle öffentlichen Kitas geschlossen. In Niedersachsen gibt es derzeit 4967 Kindertagesstätten – davon sind 1574 in kommunaler Trägerschaft. Landesweit werden 282 000 Kinder von rund 45 614 Mitarbeitern betreut.