[VORSPANN] - Eine Bundeswehrsanitäterin soll in einer Kaserne in Schwanewede (Kreis Osterholz) ihr neugeborenes Mädchen getötet haben. Das Kind wurde in einem Eimer im Spind der 23-Jährigen gefunden. Gegen die junge Frau werde wegen des Verdachts des Totschlags ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft Verden am Freitag mit.

Die Soldatin habe ihr Kind am Donnerstagmorgen auf der Toilette der Kaserne zur Welt gebracht. Nach Angaben der Anklagebehörde gab die 23-Jährige bei ihrer Vernehmung an, den Säugling auf der Toilette geboren und in einem Eimer in ihren Spind gestellt zu haben.

Anschließend ging die Frau in ihre Stube. Nähere Angaben zum Tod des Babys machte sie nicht. Auch den Vater des Mädchens wollte sie nicht nennen.

Eine andere Soldatin informierte die Sanitätsärztin. Sie veranlasste, dass die Mutter und ihr Baby in ein Bremer Krankenhaus gebracht wurden. Das Kind sei zu diesem Zeitpunkt bereits tot gewesen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Silke Streichsbier. Bei der Obduktion konnte die Todesursache des Mädchens nicht genau geklärt werden. Fest steht jedoch, dass es bei der Geburt lebte. Im Umfeld der Soldatin will niemand die Schwangerschaft bemerkt haben.

Sie sei bereits seit zwei bis drei Jahren bei der Bundeswehr, erklärte Streichsbier.

Gegen die 23-Jährige wurde Haftbefehl erlassen. Die Frau blieb jedoch zunächst auf freiem Fuß. Sie habe schon vermutet schwanger zu sein, habe dies aber nicht überprüft, erklärte die Frau bei ihrer Vernehmung.

Die Lützow-Kaserne Schwanewede, in der das Baby zur Welt kam, ist seit 1958 ein wichtiger Standort der Bundeswehr. Bis zum 30. Juni 2006 waren hier Verbände der Panzergrenadierbrigade 32 stationiert. Im Zuge der Truppenreduzierung wurden diese jedoch aufgelöst. Seit dem 1. Juli 2007 ist in der Kaserne ein Teil des Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst beheimatet. Neben den drei Kommandoeinheiten und der Einsatzunterstützungskompanie ist eine Sanitätsausbildungskompanie untergebracht.