[VORSPANN] - HANNOVER/DPA - Trotz drastisch sinkender Aussiedlerzahlen soll das Grenzdurchgangslager Friedland bei Göttingen erhalten bleiben. Das hat Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) am Montag in Hannover bekräftigt. Friedland ist bundesweit das einzige Erst-Aufnahmelager für Spätaussiedler und ihre Familien, die nach Deutschland auswandern. In den ersten drei Monaten dieses Jahres war die Zahl der Neuankömmlinge aus Osteuropa dort mit 1500 auf einen historischen Tiefstand gesunken. Die Zahlen sinken seit Jahren: 2005 kamen insgesamt 35 000 Aussiedler über Friedland nach Deutschland, 2004 waren es 60 000, im Spitzenjahr 1989 fast 400 000. Im Innenministerium in Hannover wird damit gerechnet, dass in den kommenden Jahren noch insgesamt 50 000 Spätaussiedler nach Deutschland wollen. Um Friedland zu erhalten, setzt sich Schünemann nun bei Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU)

dafür ein, dass Neuankömmlinge länger als bisher in Friedland bleiben und dort bereits den ersten Teil der so genannten Integrationskurse absolvieren.