[VORSPANN][VORSPANN] - Der niedersächsische SPD-Landespolitiker Olaf Lies hat die öffentlich ausgetragene Parteischelte aus den eigenen Reihen kritisiert und als einen sich massiv ausbreitenden „Virus“ bezeichnet.
„Einzelne in der SPD nehmen wohlwissend in Kauf, dass sie Porzellan zerschlagen“, sagte der Landtagsabgeordnete, der auch SPD-Kreisvorsitzender in Friesland ist, in Hannover.
„Weil die Partei schlecht dasteht, herrscht irgendwie eine Missstimmung. Ich habe wirklich ein Stück weit das Gefühl, das ist wie so ein Virus, der sich in der Partei fortsetzt.“ Auch in Städten und Gemeinden in seiner Region Friesland würden strittige Diskussionen nicht in der Partei, sondern öffentlich geführt. „Da exponiert sich jeder, wie er möchte.“ Lies forderte ein Ende von parteischädigenden Angriffen.
Lies setzt auf den niedersächsischen SPD-Landeschef Garrelt Duin als Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2013. Beide kommen aus dem SPD-Bezirk Weser-Ems. Duin, der Kritik wegen der Wahlniederlage einstecken musste, stellt sich beim Landesparteitag im Juni zur Wiederwahl als Landesvorsitzender. „Ich gehe fest davon aus, dass er mit einem hervorragenden Ergebnis bestätigt wird“, sagte Lies.
Regierungschef Christian Wulff kritisierte SPD-Landeschef Duin: „Duin kriegt seit Jahren nichts hin. Die SPD erstarrt in Regionalismus und ihren Bezirksgrenzen.“
