[/VORSPANN][VORSPAUTOR][/VORSPAUTOR][VORSPANN] - OLDENBURG/DEN HAAG/DPA - Mit der Vogelgrippe und der damit verbundenen Stallpflicht kommen etliche Geflügelhalter in Existenznot. „Vor allem die Gänsehalter stehen mit dem Rücken an der Wand und brauchen finanzielle Hilfe“, sagte der Präsident des Verbandes der niedersächsischen Geflügelzüchter, Wilhelm Hoffrogge (Dötlingen). Niedersachsen ist das größte deutsche Geflügelland.
Hoffrogge begrüßte den EU-Beschluss für Entschädigungszahlungen.
Allein bis Mitte März seien der Geflügelbranche Schäden von 150 Millionen Euro entstanden. „Das ist längst noch nicht alles.“ Nach dem EU-Beschluss werden auf Antrag der Länder 50 Prozent der Kosten aus dem EU-Haushalt erstattet. Die Bundesregierung habe bereits ihre Bereitschaft zur Ko-Finanzierung signalisiert, sagte der Verbandschef.
Mit der geplanten Verlängerung der Stallpflicht rechnet Hoffrogge auch mit Produktionseinschränkungen. Bei den Gänsen sei derzeit die Hauptbrutphase. „Wenn es bei der Aufstallungspflicht bleibt, sind keine Abnehmer für die Küken da.“ Deshalb müsse es schnell eine Ausnahmegenehmigung für Gänsezüchter und -halter geben. „Die Zeit drängt.“ Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) hatte wegen der Vogelgrippe eine unbefristete Verlängerung der Stallpflicht angekündigt. Bund und Länder haben sich allerdings noch nicht auf neue Bedingungen verständigen können. Die zunächst bis Ende April vorgesehene Stallpflicht zu den jetzigen Bedingungen soll bis Mitte Mai fortgelten.
Da Gänse Nestflüchter und von Natur aus Weidetiere seien, neigten sie bei zu langer Aufstallung zu Aggressivität, so Hoffrogge. In Deutschland gibt es nach Angaben der Geflügelzüchter etwa 65 000 Zuchtgänse, davon fast die Hälfte in Niedersachsen. An Mastgänsen gab es bislang jährlich mehr als 2,2 Millionen Tiere. „In diesem Jahr werden wir weniger haben“, betonte Hoffrogge.
In den Niederlanden darf sämtliches Geflügel vom nächsten Montag an wieder ins Freie, teilte die Regierung in Den Haag am Donnerstag mit.
