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Der AWo bleibt der letzte geheime Ortstermin vorbehalten. Er ist für den 30. August in Wehnen vorgesehen.

VON CARL-FRIEDRICH EHLERS WEHNEN/HANNOVER - Für das Landeskrankenhaus in Wehnen haben nach Informationen der NWZ insgesamt fünf Bewerber ein Gebot abgegeben. Im Rahmen der streng geheimgehaltenen Ortstermine waren gestern Vertreter der Damp-Gruppe aus Schleswig-Holstein nach Wehnen geladen worden. Bei zwei Terminen zuvor hatten die beiden Schweizer Konzerne Ameos und Asklepios ihre Visitenkarte abgegeben und sich über die Beratungsgesellschaft Price Waterhouse Coopers (PWC) Zugang zu „Datenräumen“ verschafft, um danach ein verbindliches Gebot abgeben zu können.

Als letzter Bieter wird nach Recherchen der NWZ am 30. August die AWo Niedersachsen gGmbH den Ortstermin im Landeskrankenhaus Wehnen wahrnehmen. Der fünfte Bewerber – der Psychiatrieverbund Oldenburger Land – war bereits frühzeitig durch das Land „zurückgestellt“ und zu keinem Ortstermin gebeten worden.

Unterdessen wird das Bieterverfahren immer mehr zum Politikum. Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag, Uwe Schwarz, sprach im Zusammenhang mit dem Verfahren von „reinem Chaos“. Er forderte Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) auf, in der ersten Sitzung nach der Sommerpause den Sozialausschuss umfassend zu unterrichten.

In einem Offenen Brief hat der Landesbezirksleiter der Dienstleistungsgewerkschaft „Verdi“, Wolfgang Denia (Hannover), gestern Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) angemahnt, Ordnung in das Bieterverfahren zu bringen. Denia: „Unsere Befürchtung hat sich bestätigt, dass es der Landesregierung nur um einen maximalen Verkaufserlös und nicht um die psychiatrische Versorgung kranker Menschen“ geht.

Auch der Vorsitzende des Personalrats des Landeskrankenhauses Wehnen, Michael Beister, hat in einem Brief an Wulff im Namen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eindringlich appelliert, die psychiatrische Versorgung nicht den „verlockenden Millionen“ der Gesundheitskonzerne auszuliefern. Es bestehe verstärkt der Verdacht, dass „das Bieterverfahren nur dem Zweck dient, dem schon lange feststehenden Käufer den Zuschlag zu erteilen“, schrieb Beister.

Wehnens

Personalrat

appelliert an

Christian

Wulff