Hannover - Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) lässt keine Zweifel: „Kinderschutz bedarf weiterhin unserer uneingeschränkten Anstrengung – vor allem angesichts neuer Herausforderungen“, schwört die Familienpolitikerin am Montag die rund 200 Experten auf dem ersten Kinderschutzkongress ein, nicht nachzulassen im Engagement. Denn die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Zahl der Inobhutnahmen von Kindern durch niedersächsische Ämter ist in den vergangenen Jahre enorm gestiegen – von etwa 2300 im Jahr 2007 auf knapp 5700 im Jahr 2015.
Der Hintergrund solcher Schutzmaßnahmen für Kinder ist fast immer der gleiche: zunehmende Gewalt gegen Jungen und Mädchen zu Hause, Kinder als Zeugen häuslicher Gewalt in Familien und psychische Erkrankungen von Erwachsenen. „Wir dürfen nicht nachlassen in unseren Anstrengungen“, fordert deshalb ebenso wie Rundt der Vorsitzende des Niedersächsischen Kinderschutzbundes, Johannes Schmidt, die vielen Unterstützer auf, um die besten Konzepte für Kinderschutz zu kämpfen.
Seit acht Jahren ist der Kinderschutz schon in der Landesverfassung verankert. Rundt begrüßt nachdrücklich alle Bestrebungen, solche Kinderrechte auch in das Grundgesetz aufzunehmen. Zugleich würde die Zuwanderung ganz neue Herausforderungen stellen, betonte die Sozialministerin, die an das Problem von Kinderehen erinnerte.
Zu den Institutionen und Projekten, die in Niedersachsen besonders gefördert werden, gehören die Kinderschutzzentren in Oldenburg und Hannover, die 20 Beratungsstellen sowie berufsbegleitende Kurse zur Kinderschutzfachkraft.
