WARDENBURG - Mit ihrem Bezirks- und Landesvorsitzenden Garrelt Duin (Hinte, Kreis Aurich) an der Spitze gehen die Sozialdemokraten aus Weser-Ems in die Bundestagswahl am 27. September. Bei der Festlegung der Bezirksliste am Sonnabend in Wardenburg (Kreis Oldenburg) wurde der 40-jährige Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Aurich-Emden von den 70 stimmberechtigten Delegierten mit 66 Stimmen auf Platz eins gesetzt. Zwei Delegierte stimmten gegen ihn, zwei enthielten sich.

Auf den weiteren Plätzen folgen Karin Evers-Meyer (Platz 2, Wahlkreis Friesland-Wilhelmshaven), Holger Ortel (3, Delmenhorst-Wesermarsch-Oldenburg-Land), Martin Schwanholz (4, Stadt Osnabrück,), Gabriele Groneberg (5, Cloppenburg-Vechta), Dieter Steinecke (6, Mittelems), Gesine Multhaupt (7, Oldenburg-Ammerland), Rainer Spiering (8, Osnabrück-Land) und Keno Borde (9, Unterems ).

Landesliste am 16. Mai

Über die Landesliste der Niedersachsen-SPD soll am 16. Mai in Celle entschieden werden. Fest steht aber bereits jetzt, dass Duin auch die Landesliste anführen wird.

Vor den Delegierten und Gästen forderte Duin von der CDU/FDP-Landesregierung mehr Engagement für den kriselnden Karosseriebauer Karmann in Osnabrück. Zudem verlangte er mehr Investitionsmittel für Infrastrukturmaßnahmen in Norddeutschland. „Der Norden ist jetzt dran“, sagte Duin. Zugleich erteilte er einer Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken eine Absage. Wer so etwas fordere, gefährde die Branche der erneuerbaren Energien.

Gastredner war SPD-Generalsekretär Hubertus Heil. Er plädierte dafür, die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise als Zeitenwende zu begreifen. Märkte bräuchten Regelungen. „Wer das nicht begreift, hat den Schuss nicht gehört“, rief Heil.

Streit um Plätze

Bei zwei Positionen auf der Bezirksliste kam es zu Kampfabstimmungen. Im Streit um Listenplatz 4 setzte sich der Osnabrücker Martin Schwanholz mit 42 zu 26 Stimmen gegen den Rhauderfehner Keno Borde durch. Der 27-jährige Borde ist als SPD-Direktkandidat Nachfolger von Clemens Bollen, der nicht mehr für den Bundestag kandidiert. Vor vier Jahren stand Bollen noch auf Platz vier der Bezirksliste und zog als Nachrücker in den Bundestag ein. Borde versuchte erfolglos, diesen ostfriesischen Besitzstand zu wahren. Da die ersten drei Listenplätze bereits von ostfriesischen bzw. oldenburgischen Kandidaten besetzt seien, müsse auf Platz 4 die südliche Weser-Ems-Region berücksichtigt werden, erklärte Duin.

In einer weiteren Kampfabstimmung um Platz 7 setzte sich die Oldenburger Abgeordnete Gesine Multhaupt mit 50 zu 19 Stimmen ebenfalls deutlich gegen Neuling Rainer Spiering (Bad Rothenfelde) durch. Spiering hatte die Kandidatur für den Wahlkreis Osnabrück-Land von Volker Neumann übernommen, dem der Wiedereinzug in den Bundestag nicht mehr gelungen war.