WEHNEN/HANNOVER - Eine Patienten-Sprecherin wird eine Resolution überreichen. Die Klinik soll unter dem Schutz des Landes bleiben.
von carl-friedrich ehlers
WEHNEN/HANNOVER - Ein „heißen Tanz“ erwartet den Staatssekretär Gerd Hoofe aus dem Niedersächsischen Sozialministerium, wenn er in Vertretung der Sozialministerin Dr. Ursula von der Leyen (CDU) am Freitag kommender Woche den Mitarbeitern des Landeskrankenhauses Wehnen die Notwendigkeit des Verkaufs ihrer Klinik „verkaufen“ soll.Wie Jannette Scheele vom Bezirk Oldenburg/Umland der Dienstleistungsgewerkschaft „Verdi“ gestern gegenüber der NWZ ankündigte, werden Gewerkschaftsmitglieder bei dieser „dienstlichen Informationsveranstaltung“ in Gegenwart des Staatssekretärs einige „Überraschungen“ parat haben, mit denen sie ihr Missfallen über den geplanten Klinik-Verkauf ausdrücken wollen. Im Rahmen der Veranstaltung will auch Sigrid Schernewsky – eine ehemalige Patientin, die nach eigenem Bekunden der medizinischen und pflegerischen Betreuung in Wehnen „sehr viel zu verdanken hat“ – ans Rednerpult treten und im Namen von Patienten und ehemaligen Patienten fordern, dass das Landeskrankenhaus „weiter unter den Schutz des Landes“ gestellt bleibt. Sie wird dabei dem Staatsekretär auch eine Protest-Resolution überreichen, die von vielen Hundert Einwohnern des Oldenburger Landes unterzeichnet worden ist. Darin wird unmissverständlich gefordert, die Klinik nicht zu verkaufen, weil bei einer privaten
Bewirtschaftung „Massenabfertigung“ und die Einstellung unqualifizierten Personals befürchtet wird.
Die Dienstleistungsgewerkschaft „Verdi“, die strikt gegen den Verkauf der Landeskrankenhäuser in Niedersachsen ist, sich aber eine formelle Privatisierung mit dem Land als einzigem Gesellschafter vorstellen kann, stemmt sich auch gegen „regionale“ Verkaufs-Lösungen. Dadurch werde – so Scheele – ein im Sinne der Patienten und Mitarbeiter „optimales landesweites Psychiatrie-Konzept“ unnötig geopfert. Den Plan der Mitarbeiter des Landeskrankenhauses Tiefenbrunn bei Göttingen, die Klinik vorübergehend selbst zu übernehmen und sie später in die Universitäts-Stiftung zu überführen, nannte Scheele als für Wehnen nicht umsetzbar und wünschenswert. Verdi halte auch nichts von der KlinikÜbernahme durch den Landkreis Ammerland.
