Hannover - Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine sehen im bisherigen Verlauf der Energiewende eine Gefahr für soziale Schieflagen. „Bei der Bezahlbarkeit können wir nicht wirklich zufrieden sein“, sagte Weil am Mittwoch bei einem Forum der IG Metall auf der Hannover Messe. Die Ökostromumlage, die das im Jahr 2000 gestartete Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) über den Strompreis bei den Verbrauchern eintreibt, berge gesellschaftlichen Sprengstoff.

Meine betonte, „die Kostenverteilung muss sozial ausgewogen sein“. Die Wende weg vom Atomstrom gebe es aber nicht zum Nulltarif, sagte der Ministerpräsident.

Damit kritisierten beide indirekt auch ihren Parteichef, Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Dieser hatte die Entlastung der Verbraucher zurückgestellt und der Industrie Ausnahmen von der EEG-Umlage gewährt.

Über die Umlage werden Förderkosten für Windräder, Biogasanlagen und Solaranlagen auf die Strompreise abgewälzt. Derzeit sind es netto 6,24 Cent je Kilowattstunde, ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden zahlt netto knapp 220 Euro EEG-Umlage.

Niedersachsen steht wegen seiner Stärke bei Windkraft im Fokus der Energiewende.