Hannover - Das Umweltministerium in Hannover hat Vorwürfe über den Umgang mit dem auffälligen Wolfsrudel in Munster „schärfstens zurückgewiesen“. Erkenntnisse über das Rudel seien kontinuierlich ausgewertet und veröffentlicht worden, betonte Sprecher Rudi Zimmeck am Montag. Das überraschend wenig scheue Rudel des Ende April erschossenen Wolfes MT6, im Internet auch Kurti genannt, sei schon früh an Menschen gewöhnt worden, hatte zunächst der NDR berichtet.
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Zeugen hätten bestätigt, dass es Foto- und Filmaufnahmen gebe, auf denen sich Menschen auf dem Truppenübungsplatz Munster in der Lüneburger Heide mit Wölfen aus dem Wurf von 2014 fotografieren ließen. Darunter seien Förster, Soldaten und Feuerwehrleute.
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Dem NDR-Bericht zufolge sei auf den gezeigten Aufnahmen in einer ganzen Fotoserie ein Geschwistertier des auch „Kurti“ genannten Wolfes zu sehen. Im geschätzten Alter von acht Monaten sei dieser gemeinsam mit einem Hund fotografiert worden. Weitere Bilder zeigten Menschen, die sich aus etwa zehn Metern Entfernung dem Wolf näherten. Die Vielzahl der Bilder habe auch bei Wolfsberatern für Erstaunen gesorgt. Weiterhin hieß es: Die Aufnahmen würden von den Bundesforstbetrieben aufgrund von Urheberrechten unter Verschluss gehalten.
Der CDU-Landtagsabgeordnete Ernst-Ingolf Angermann hatte daraufhin Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) kritisiert. „Offenbar hat Wenzel die Menschen über Monate hinweg bewusst getäuscht, wenn Fragen nach den Ursachen für das untypische Verhalten von Wölfen gegenüber dem Menschen gestellt wurden“, sagte Angermann am Freitag.
Bereits im Frühjahr 2015 sei das Monitoring verstärkt worden, sagte dagegen Zimmeck. Zwei der Wölfe seien mit einem Sender versehen worden, das Wolfsbüro wurde eingerichtet. Zudem würden Bilder ohne Angabe von Ort und Zeit nicht in das Monitoring einfließen, sagte Zimmeck. Außerdem habe der Fotograf einer Veröffentlichung nicht zustimmt. Das Ministerium habe in allen seinen Verlautbarungen darauf hingewiesen, dass von einer Gewöhnung an den Menschen auszugehen sei. Beweise etwa für Fütterungen lägen bislang nicht vor.
