Lüchow - Bei ihrem ersten Besuch im Wendland seit dem Bund-Länder-Kompromiss in der Endlagersuche haben Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) die Vereinbarungen verteidigt. Mehrfach hatten beide den Ausschluss Gorlebens als Standort eines Endlagers für hoch radioaktiven Atommüll gefordert. Bund und Länder hatten sich am 9. April darauf verständigt, die Suche auch unter Einbeziehung des Salzstocks neu zu starten.

Es sei ein großer Erfolg, dass es keine weiteren Castor-Transporte nach Gorleben geben solle, sagte Weil am Freitag. Außerdem habe erstmals eine transparente, rationale und pluralistische Diskussion zum Thema begonnen. Atomkraftgegner im Wendland fordern seit jeher das endgültige Aus für Gorleben und kritisieren daher den Kompromiss.

Zuvor hatte Umweltminister Wenzel die Bundesregierung scharf angegriffen. Die knappe 48-Stunden-Frist bei der Verbandsanhörung für den Gesetzentwurf zur Endlagersuche habe das Vertrauen in den Prozess beschädigt und sei „ein großes Stück Dummheit“, sagte Wenzel.

Hintergrund für den Ärger ist ein Schreiben des CDU-geführten Bundesumweltministeriums vom vergangenen Montag, in dem kommunalen Spitzenverbänden sowie Wirtschafts- und Umweltverbänden nur zwei Tage Zeit eingeräumt wurde, Anmerkungen zu dem 75-seitigen Gesetzentwurf machen zu dürfen.