WESERMARSCH - Der Deichabschnitt zwischen Schweiburger Mühle und Hobenbrake ist der gefährdetste im Aufgabenbereich des II. Oldenburgischen Deichbandes, der insgesamt für rund 140 Kilometer Deichlinie zuständig ist. Der breiige bis flüssige Untergrund dürfte sogar an der ganzen deutschen Küste einmalig sein, deshalb sind hier dringend entsprechende Sicherungsmaßnahmen notwendig.
In einem ersten Schritt wurde der Wasserstand im Deichkern durch Horizontalfilter gesenkt – sichtbar durch die Wasseraustritte entlang der Bäderstraße (die NWZ berichtete). Nach eingehender Untersuchung von Experten wurde als zweite Sofortmaßnahme das Einbringen einer Spundwand binnendeichs für notwendig erachtet. Damit wird der weiche Untergrund mit dem festen Sand verbunden. Allerdings findet sich dieser feste Sand erst in 14 bis 17 Meter Tiefe, deshalb werden die Spundwandbohlen entsprechend tief eingebracht.
Weil die Landesregierung nach Angaben des Deichband-Vorstehers Leenert Cornelius so kurzfristig keine Geldmittel (mehr) zur Verfügung stellen konnte, ist der Deichband in finanzielle Vorleistung getreten und hat für die bisher angefallenen Kosten in Höhe von rund sieben Millionen Euro unter anderem einen Kredit in Höhe von 5,5 Millionen Euro aufgenommen. Mit der Zusage des Ministerpräsidenten, dass der Deichband noch mit rund vier Millionen Euro in diesem Jahr rechnen kann (siehe Bericht oben), wäre die Kreditsumme weitgehend „beglichen“.
Insgesamt rechnet Cornelius mit Kosten von rund 25 Millionen Euro für die Spundwand auf einer Länge von sechs Kilometern. Dazu kommen dann die Kosten für die eigentliche Deicherhöhung noch hinzu.
