WESTERSTEDE/HANNOVER - WESTERSTEDE/HANNOVER - In die Diskussion, ob gewisse Brauchtumsveranstaltungen von Vereinen wie das Wurstknobeln künftig als unerlaubte Glücksspiele angesehen werden und vom Landes- oder Bundeskriminalamt deswegen keine Unbedenklichkeitsbescheinigung mehr erhalten können, hat sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Kossendey (Edewecht) eingeschaltet. In einem Brief an Innenminister Uwe Schünemann (CDU), dem das Landeskriminalamt (LKA) unterstellt ist, spricht Kossendey von einem „übermäßig bürokratischem Aufwand für eine geringe, aber gute Sache“.

Kossendey zu seinem Parteifreund Schünemann: „Hier wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Wenn die Bürger das Gefühl bekommen, dass das heimatliche Brauchtum zunehmend in den Würgegriff der Bürokratie gerät, wird die Motivation für diese gemeinnützigen Initiativen erlahmen“.

Wie berichtet, hatte das LKA entsprechende Anträge von Vereinen ans Bundeskriminalamt zur Begutachtung weitergegeben und das Ausstellen einer Unbedenklichkeitsbescheinigung abgelehnt. Früher war diese Bescheinigung in den Zuständigkeitsbereich der Bezirksregierung Weser-Ems gefallen; sie galt als völlig problemlos. Seit der Auflösung der Mittelinstanz ist nun das LKA am Zug. Darauf stellt auch Kossendey ab und schreibt in seinem Brief an Schünemann kritisch weiter: „Nachdem viele Schritte mutig in die richtige Richtung getan worden sind, entdecke ich jetzt bei vielen kleinen Dingen des Alltags einen umgekehrten Trend“.

Am Ende bittet Kossendey den Innenminister um eine möglichst zügige Klarstellung der „Glücksspiel-Problematik“. „Das wäre für alle Menschen gut, die an solchen Initiativen mitwirken und die man nicht in Verbindung mit einer möglichen Kriminalisierung bringen sollte“, schreibt der Bundestagsabgeordnete.

Gerät Brauchtum zunehmend in den

Würgegriff der Bürokratie?