WIESMOOR. - Gastgeber freuen sich stets, wenn möglichst prominente Gäste ihrer Einladung gefolgt sind und das Fest mit ihrer Anwesenheit schmücken. Beim traditionellen politischen Spargelessen, zu dem der Unternehmer Rolf Trauernicht (85) alle zwei Jahre nach Ostfriesland einlädt, ist es eher umgekehrt. Da sind die Gäste stolz, dass sie dabei sein dürfen. Diesmal waren es 70 Geladene.
Ob Ministerpräsident, Minister oder Uni-Präsidentin sie alle kommen, wenn der Baustoffhändler ruft. Denn sie wissen um die Verdienste des Gastgebers für den Nordwesten und sein anhaltendes ideelles und finanzielles Engagement für die zukünftige Entwicklung der Region.
Am Mittwochabend erlebten die Teilnehmer einen nachdenklichen niedersächsischen Regierungschef, der die Finanzkrise nicht schönreden, jedoch zugleich Zuversicht vermitteln wollte. Christian Wulff ging mit Bedenkenträgern ins Gericht, die bei neuen Technologien allzu oft nur die Risiken benennen und die Chancen ignorieren.
Rolf Trauernicht war damit gewiss nicht gemeint, warb der 85jährige doch auch an diesem Abend für die Zukunftstechnologien am Beispiel des Transrapids. Nach der erfolgreichen Initiative zum Lückenschluss der A 31 hat er es sich zur neuen Aufgabe gemacht, der Schwebetechnik in Deutschland zum Durchbruch zu verhelfen, die bei uns über eine Teststrecke im Emsland nicht hinaus kam. Zu den Gästen zählten auch die Ingenieure Professor Hermann Flessner und Heinz-Werner Schwarz, beide maßgeblich an Planung, Technik und Fahrwegekonstruktion der Magnetschwebebahn beteiligt. Flessner stellte eine Magnetbahn-Charta vor, die sich dafür einsetzen will, bei künftigen Verkehrsinfrastruktur-Planungen grundsätzlich auch die Schwebetechnik als Alternative in politische Entscheidung einzubeziehen.
