WILHELMSHAVEN/BERLIN/HANNOVER - Der Bundesverkehrsminister hat gegenüber der NWZ die Bedeutung des Tiefwasserhafens unterstrichen. Heute ist das Wilhelmshavener Vorhaben Thema im Landtag.

Von Olaf Reichert

und Marco Seng

WILHELMSHAVEN/BERLIN/HANNOVER - Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee hat die bundespolitische Bedeutung des in Wilhelmshaven geplanten Tiefwasser-Containerhafens Jade-Weser-Port betont. Im Gespräch mit der NWZ appellierte er an alle Beteiligten, alles zu tun, um den Zeitplan für das Vorhaben nicht zu gefährden.

Der Hafen müsse bis zum Jahr 2010 fertig werden – daran dürfe auf keinen Fall gerüttelt werden. Der Zeitplan gelte im übrigen nicht nur für den eigentlichen Hafenbau, sondern auch für die ergänzenden Projekte wie die Hinterlandanbindung des Jade-Weser-Ports durch Schiene und Straße.

Am morgigen Freitag wird Tiefensee sich in Wilhelmshaven über den aktuellen Planungsstand informieren lassen. Bereits heute ist der Hafen Thema im Landtag. Die SPD will in einer dringlichen Anfrage wissen, warum es Probleme beim Vergabeverfahren gibt.

Laut Fraktionschef Wolfgang Jüttner wollen die Sozialdemokraten von den Antworten abhängig machen, ob sie sich der Grünen-Forderung anschließen, den Bau neu auszuschreiben. Die Opposition erwägt zudem, Akteneinsicht zu beantragen. „Es gibt immer mehr Ungereimtheiten bei der Vergabe“, sagte Jüttner der NWZ . Unterdessen mehren sich in der Regierungskoalition Zweifel, ob das Wirtschaftsministerium von Walter Hirche (FDP) den Bau des Jade-Weser-Ports im Griff hat. Da sei einiges schief gelaufen, hieß es.

Ärger gibt es offenbar auch bei der landeseigenen Hafengesellschaft Niedersachsen-Ports. Nach NWZ -Informationen soll Aufsichtsratschef Ernst Jagl gedroht haben, sein Amt niederzulegen. Aus der Regierung wurde ein Zusammenhang mit den Jade-Port-Problemen dementiert.

Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) bezeichnete den Wilhelmshavener Jade-Weser-Port als eine Alternative zu den Hamburger Plänen zur Elbvertiefung. „In Wilhelmshaven entsteht ein Tiefwasserhafen, ohne dass gebaggert werden muss“, erklärte Wulff. Dass in Wilhelmshaven künftig die größten Containerschiffe der Welt gelöscht würden, sei eine nationale Notwendigkeit.