WILHELMSHAVEN - Der Betrieb ist ein Schlüsselunternehmen für die gesamte deutsche Marine – und stand im vergangenen Jahr monatelang in der Diskussion, sein Bestand galt in der Region als gefährdet.
Nach den Beschlüssen des Verteidigungsministers zum Umbau der Bundeswehr ist die Existenz des Wilhelmshavener Marinearsenals zwar gesichert, es steht aber dennoch vor einer ungewissen Zukunft. Der künftige Kurs des Betriebs ist mit vielen Fragezeichen versehen, denn es gilt, zwei sich scheinbar widersprechende Ziele gleichzeitig zu verfolgen. Die politische Vorgabe sieht ein Schrumpfen des Arsenals um fast 800 Dienstposten vor, während es gleichzeitig nötig ist, den Personalbestand zu verjüngen, um drohende technische Kompetenzverluste zu verhindern.
Thomas Wardecki, Vizepräsident des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung in Koblenz, sieht das Problem: „Viele Einzelfragen in diesem Zusammenhang sind noch nicht entschieden.“ Deshalb stehe der neue Leitende Direktor des Marinearsenals vor der großen Herausforderung, den Kieler Zweigbetrieb komplett zu schließen und Wilhelmshaven neu aufzustellen.
Wardecki, vor Jahren selbst Chef des Arsenals, ist am Donnerstag an die Küste gekommen, um den neuen Leiter offiziell vorzustellen: Christoph Otten gilt als perfekte Besetzung des schwierigen Postens. Er begann seine berufliche Laufbahn als Marineoffizier, war in dieser Zeit bereits 1987 als Lageoffizier im Arsenal eingesetzt, wechselte später in die Bundeswehrverwaltung, wo er es mit der Instandsetzung fast aller Marineschiffe zu tun hatte, und sammelte außerdem Erfahrungen im Verteidigungsministerium.
Otten selbst kommentiert die hohen Erwartungen mit dem schlichten Satz „Ich werde mir Mühe geben“ – und verweist darauf, die Aufgabe lasse sich nicht im Sprint-Tempo bewältigen, sondern sei ein Langstreckenlauf.
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