WILHELMSHAVEN/HANNOVER - Wackelt der Starttermin für den Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven? Die CDU/FDP-Koalition versuchte am Mittwoch bei einer Fragestunde im Landtag erneut, alle Bedenken zu zerstreuen. Die Opposition bleibt jedoch skeptisch und macht ein verspätetes Krisenmanagement der Regierung mitverantwortlich.

SPD und Grüne wollten von Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) wissen, weshalb auf Schäden an den Spundwänden des Tiefwasserhafens erst nach einem halben Jahr mit Sanierungsvorschlägen reagiert wurde. „Das Image des Jade-Weser-Ports hat gelitten“, sagte SPD-Fraktionsvize Olaf Lies (Sande). „Es ist ungewöhnlich, dass man schon vor dem Start des Hafens ein Sanierungskonzept braucht“, kritisierte der SPD-Abgeordnete Jürgen Krogmann (Oldenburg). „Warum ist nicht sofort eine Überprüfung veranlasst worden?“, wollte der Grünen-Abgeordnete Enno Hagenah wissen.

Bode nannte die Verzögerungen „sehr ärgerlich“, sieht aber den Starttermin 5. August nicht gefährdet. Das habe auch der Betreiber Eurogate zugesichert. Als erstes Schiff werde nach der Eröffnung ein Frachter von Maersk anlegen, erklärte der Minister.

Die Reparaturen am betroffenen Kajen-Abschnitt könnten nach Schätzungen Bodes bis zu 50 Millionen Euro kosten. Voraussichtlich müssten die Bauversicherer einspringen. Er betonte, dass sich Schadenersatzansprüche erst aus einem verspäteten Starttermin ergeben könnten. Probleme beim Probebetrieb lösten keine Ansprüche aus. Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) kritisierte Bremen wegen verschwiegener Vermerke zum Hafen.