WILHELMSHAVEN - Ein solches Aufgebot an Schiffen und Besatzungen hat es im Oldenburger Land wohl noch nie gegeben: 6500 Soldaten aus den Marine-Streitkräften von elf NATO-Staaten werden ab kommendem Montag an dem Manöver „Brilliant Mariner 2010“ in Nord- und Ostsee teilnehmen. Die Großübung dauert bis zum 22. April.

40 Schiffe – darunter auch der französische Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ – kommen zum Einsatz. Sie bilden nach Angaben der Deutschen Marine zusammen mit vier U-Booten und 30 Flugzeugen den Kern der Übungsteilnehmer. „Charles de Gaulle“ allerdings ist so groß, dass er in Wilhelmshaven nicht einlaufen kann. Der Flugzeugträger wird zunächst vor Cuxhaven festmachen.

Beteiligt sind Soldaten aus Belgien, Dänemark, Estland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Spanien, den USA und dem Gastgeberland Deutschland. Zusätzlich wird Schweden als Mitglied der Organisation „Partnerschaft für den Frieden“ an dem Manöver teilnehmen.

Die Übung steht unter dem Kommando der französischen Marine. Konteradmiral Jean-Louis Kerignard führt die Übung von seinem Flaggschiff, dem Hubschrauberträger FS „Mistral“, aus. Die internationalen Streitkräfte wollen ihre „Schnelle Eingreiftruppe“ (NATO Response Force, NRF) fit machen für weltweite Einsätze. „Ziel ist es, sicherzustellen, dass die NRF für operative Maßnahmen oder Krisensituationen in der Welt gut vorbereitet und reaktionsfähig ist“, heißt es bei der Manöverleitung. Gemeint sind Einsätze zur Abwehr von Terror- und Piraten-Angriffen, zum Schutz von Embargo-Maßnahmen und insgesamt zur Sicherung des Seeverkehrs.

Die Deutsche Marine ist neben Dänemark Gastgeber des Manövers. Der Marinestützpunkt Wilhelmshaven dient als Anlauf- und Ausgangspunkt der teilnehmenden Einheiten sowie als „logistische Drehscheibe“ der Übung. Auch personell und materiell ist Deutschland erheblich engagiert: Neben der in Wilhelmshaven stationierten Fregatte „Karlsruhe“ sind zwei Schnellboote, zwei Minenjagdboote, zwei Versorgungseinheiten, ein U-Boot und ein Seefernaufklärer beteiligt. Rund 600 deutsche Marinesoldaten kommen bei dem multinationalen Manöver zum Einsatz.