WILHELMSHAVEN/VAREL - WILHELMSHAVEN/VAREL/DRU - Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat grünes Licht für die Anschaffung von Notschleppern für die Nord- und Ostsee gegeben. Das bestätigte die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN), die ihren Sitz in Varel und Husum hat. Der Verband begrüßte den Beschluss des Berliner Gremiums, die Mittel in Höhe von 196 Millionen Euro für die Ausschreibung der Notschlepper frei zu geben. „Das ist ein guter Tag für die Nordsee“, sagte SDN-Sprecher Hans von Wecheln. Damit sei gewährleistet, dass die neuen Spezialschiffe in spätestens drei Jahren die Deutsche Bucht sichern und bei Unglücken eingreifen können.

Die SDN ist ein überregionaler Dachverband von 200 Organisationen, die die Nordsee vor Schäden schützen wollen. Der Verband hatte seit der schweren Havarie des Holzfrachters „Pallas” im Herbst 1998 vor Amrum für ein verbessertes Notschleppkonzept für die Deutsche Bucht gekämpft. Er hatte die Notwendigkeit u.a. mit Prognosen einer starken Zunahme des Schiffsverkehrs in der Nordsee durch den Bau des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven begründet.

Für die Nordsee soll als Ersatz für den Hochseeschlepper „Oceanic“ ein Notschlepper bereitgehalten werden, der bei einem auf sechs Meter reduzierbaren Tiefgang die Leistung von 200 Tonnen Pfahlzug und 19,5 Knoten Geschwindigkeit (das entspricht rund 36 km/h) erbringen soll. Zum Vergleich: Die Zugkraft moderner Hafenschlepper entspricht einem Pfahlzug von bis zu 60 Tonnen. Dabei beeinflussen Windrichtung, Wasserströmung und Wassertiefe die Leistung.