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WILHELMSHAVEN/VAREL/BERLIN - Auf Nord- und Ostsee sollen stärkere Notschlepper als die bislang von der Bundesregierung geplanten stationiert werden. Darauf haben sich die Verkehrspolitiker von CDU und SPD verständigt, teilte die SPD-Bundestagsabgeordnete Karin Evers-Meyer (Zetel) gestern mit.

Demnach soll auf der Nordsee ein Schlepper mit 200 Tonnen Zugkraft und auf der Ostsee ein Fahrzeug mit 100 Tonnen Zugkraft eingesetzt werden. Das Bundesverkehrsministerium hatte bislang vorgesehen, deutlich schwächere Schleppschiffe zu chartern.

Die beiden neuen Schleppschiffe sollen nach Angaben von Evers-Meyer in der Lage sein, auch die größten Containerschiffe und Öltanker im Fall einer Havarie ziehen zu können. Beide Schlepper bekommen eine Spezialanlage zum Schutz gegen austretendes Gas. Für die Nordsee ist ein 19,5 Knoten (ca. 16 Kilometer pro Stunde) und für die Ostsee ein 16,5 Knoten (ca. 12 km/h) schnelles Schiff vorgesehen.

Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN) mit Sitz in Varel (Landkreis Friesland) sprach von einem „großen Erfolg für die Nordsee“. Der Koalitionsbeschluss sei „fachlich hochqualifiziert und spiegele die einmütige Beschlusslage der Kommunen an der Nordseeküste wider“, sagte SDN-Vorstandssprecher Hans von Wecheln. „Hier haben norddeutsche Bundestagsabgeordnete gute Arbeit geleistet.“ Die SDN hatte seit der schweren Havarie des Holzfrachters „Pallas“ im Herbst 1998 vor Amrum für ein verbessertes Notschleppkonzept für die Deutsche Bucht gekämpft.

Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes favorisierte bislang kleinere Schlepper mit 160 Tonnen und 80 Tonnen Pfahlzug. Die Schiffe sollten von Privatreedereien gebaut und vom Bund gechartert werden. Für den Haupteinsatz wollte die Behörde des Bundesverkehrsministeriums ihre eigenen Mehrzweckschiffe einsetzen.

Die jetzige Entscheidung der Verkehrspolitiker soll am 28. Juni im Verkehrsausschuss in einen formellen Beschluss umgesetzt werden.