WILHELMSHAVEN/WITTMUND - Es geht u. a. um den Zuschnitt der Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland-Wittmund. Aus Ostfriesland kommen Forderungen, Wittmund der PI Aurich zuzuschlagen.
von ulrich schönborn
und Thomas Hellmold
WILHELMSHAVEN/WITTMUND - Die Diskussionen über den Zuschnitt der Polizeiinspektion (PI) Wilhelmshaven-Friesland-Wittmund reißen nicht ab: Nachdem die ostfriesischen CDU-Landtagsabgeordneten Wolfgang Ontijd und Hermann Dinkla am Dienstag berichtet hatten, Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann werde die PI zum Jahreswechsel verkleinern und das Kommissariat in Wittmund der Auricher Inspektion zuschlagen, kamen gestern von der Polizeidirektion Oldenburg und vom Innenministerium prompt Dementis.„In dieser Sache ist keine Entscheidung gefallen“, betonte gestern Ministeriumssprecher Michael Knaps auf Anfrage der NWZ . „Uns ist ein Rätsel, wie Dinkla und Ontijd zu ihrer Behauptung kommen“, sagt auch Josef Schade, Sprecher der Polizeidirektion Oldenburg. Dahinter steckten wohl „persönliche Interpretationen oder Wunschgedanken“.
Knaps zufolge sollen die Ergebnisse der Polizeireform von 2004 im kommenden Jahr geprüft werden. Erst danach werde über mögliche Nachbesserungen nachgedacht. Nach Angaben von Josef Schade gilt diese Evaluation für alle Polizeidirektionen. Für die Direktion Oldenburg heißt das, dass nicht allein die Situation in Wittmund, sondern auch die umstrittene Anbindung der Polizei in Cloppenburg und Vechta an Osnabrück sowie der organisatorische Zusammenschluss der Polizei in der Wesermarsch mit Cuxhaven auf dem Prüfstand steht.
Gegner fordern schon seit längerem eine Reform der erst 2004 umgesetzten Polizeireform. Sie halten den neuen Zuschnitt schlicht für falsch.
Der zurzeit erkrankte Leiter der Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland-Wittmund, Franz Andratzke, hat den bestehenden PI-Zuschnitt immer vehement verteidigt. Die Polizei in Wittmund dürfe nicht zum Spielball lokaler politischer Interessen werden.
