Drentwede/Norden/Vechta - Wölfe haben in den vergangenen zwölf Monaten in den Kreisen Vechta und Diepholz 71 Schafe getötet. Fast die Hälfte aller Risse geht auf das Konto einer Wölfin. Das Wolfsbüro des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Norden teilte am Montag mit, dass 31 getötete Schafe der Wölfin zuzuordnen seien.
Insgesamt gab es in den beiden Kreisen vom 14. November 2014 bis zum 14. November 2015 genau 35 Angriffe, davon elf durch den „Goldenstedter Problemwolf“. Fünf weitere Angriffe erfolgten nicht durch Wölfe.
Am vergangenen Wochenende hat die Wölfin möglicherweise wieder zugeschlagen. In Drentwede im Kreis Diepholz geriet eine größere Schafherde in der Nacht in Panik – vermutlich durch einen Angriff. Mehr als 800 Tiere flohen ins Moor. Nach Angaben des örtlichen Wolfsberaters Marcel Holy wurden bis Montag sechs verletzte Schafe gefunden, eines musste getötet werden. Die Spuren deuteten auf einen Wolf hin.
Das ganze Ausmaß sei noch unklar, sagte Holy dieser Zeitung. „Es kann sein, dass viele gefressen oder getötet wurden. Die werden aber vielleicht nie gefunden.“ Die Suche nach den versprengten Schafen läuft demnach noch.
Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) will die Wölfin mit einem Sender ausstatten. CDU und FDP im Landtag fordern dagegen den Abschuss des Tieres. Das Wolfsbüro wies darauf hin, dass sich fast alle Angriffe auf ungeschützten Weiden ereigneten. „Die ortstreue Wölfin hat gelernt, dass Nutztiere eine leicht verfügbare Beute sind“, sagte Nicola Georgy vom Wolfsbüro.
