Es ist wie beim Fußball: Zum Thema Wolf haben alle eine Meinung. Tierhalter und Züchter, Umweltschützer und Touristen, Jäger und Politiker sowieso. Abgeordnete und Verbandsvertreter schreiben Briefe. Nach etlichen Fällen von Nutztierrissen durch den Wolf gibt’s zu Recht Demos. Aber es muss erst der Ministerpräsident die Stimmung in der Bevölkerung reflektieren und das Thema zur „Chefsache“ erklären, bis der zuständige Umweltminister mehr Tempo bei der Bearbeitung des Themas macht.

Das Bekenntnis von Christian Meyer zu einem neuen Wolfsmanagement ist richtig. Sollen etwa die niedersächsischen Tierhalter darauf warten, bis der Wolf auch im letzten Dorf im Saarland heimisch geworden ist? Meyer ist – im Sinne der Tierhalter – nur Glück zu wünschen bei seiner Mission in Berlin. Wenn der „gute Erhaltungszustand“ des Wolfs erst einmal festgestellt wird, steht Bundesumweltministerin Lemke in Zugzwang, den rechtlichen Rahmen für die Wolfstötungen zu ändern.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent