WOLFENBüTTEL - Die Bergung von Nuklearabfällen aus dem maroden Atommüll-Lager Asse bei Wolfenbüttel könnte sich um mehrere Jahre verzögern. Das geht aus einem Entwurf für einen Terminplan hervor, den das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) an das Bundesumweltministerium weiterleitete. Bei der derzeitigen Rechtslage könnte demnach vermutlich erst 2036 damit begonnen werden, die Fässer vollständig aus der einsturzgefährdeten Schachtanlage zurückzuholen.

Das BfS bestätigte am Dienstag entsprechende Medienberichte, wies aber zugleich darauf hin, dass der Zeitplan ein „Worst-Case-Szenario“ widerspiegele. Strittig ist zum Beispiel, ob die nötigen Sicherheits- und Sanierungsschritte am früheren Salzstock wie bisher vorgesehen nacheinander erfolgen müssen. Der Bund hatte Berichten zufolge angenommen, dass die Arbeiten spätestens 2028 beendet werden – nun könnte eventuell erst 2029 entschieden werden, ob es überhaupt dazu kommt.

Der FDP-Obmann im Asse-Untersuchungsausschuss, Björn Försterling, sprach von einem Ablenkungsmanöver der Behörde: „Eine permanente Diskussion von Zeitplänen bringt den Prozess keinen Schritt weiter. Es muss endlich konkret vorangehen.“

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) besucht das Atommüll-Lager am Freitag. Der drohende Verzug bei der Bergung des Mülls sei für ihn nicht akzeptabel, heißt es zur Begründung.