WOLFENBüTTEL - Im einsturzgefährdeten Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel lagern neben radioaktiven Abfällen auch Arsen, Quecksilber und andere giftige Metalle. Der Betreiber des Bergwerks, das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), bestätigte am Mittwoch einen Bericht des Magazins „Stern“.

Demnach befinden sich in der Asse insgesamt 497 Kilogramm Arsen. Unter anderem seien dort hochgiftige Pflanzenschutzmittel aus Bayern entsorgt worden. Hinzu kämen weitere sehr giftige Stoffe wie Quecksilber und „Tonnen von Blei“.

BfS-Sprecher Florian Emrich sagte, radioaktive Abfälle enthielten grundsätzlich auch „chemisch-toxisches Material“ wie die Stoffe Arsen, Quecksilber und Blei. Der frühere Asse-Betreiber, das Helmholtz-Zentrum aus München, habe entsprechende Abschätzungen vorgenommen. Diese entsprächen der vom „Stern“ genannten Gesamtmenge von 497 Kilogramm Arsen. Außerdem enthielten die Erhebungen des Helmholtz-Zentrums „Hinweise auch auf eingelagerte arsenhaltige Pflanzenschutzmittel“. Das Bundesamt ist nach Angaben von Emrich derzeit mit einer neuerlichen Erfassung und Bewertung aller in der Asse eingelagerten Stoffe beschäftigt.

Udo Dettmann, Sprecher des atomkritischen Asse-II-Koordinationskreises, reagierte „ziemlich schockiert“ auf die Veröffentlichung. Man habe zwar gewusst, dass der frühere Asse-Betreiber „sehr hemdsärmelig mit dem Atommüll umgegangen ist“, so Dettmann. Die Einlagerung von nicht radioaktivem Giftmüll habe man aber nicht für möglich gehalten.

Die Forderung der Bürgerinitiativen nach einer lückenlosen Aufklärung über das Asse-Inventar müsse jetzt erweitert werden. „Es kann nicht mehr nur um den Atommüll gehen, sondern wir wollen jetzt wissen, was überhaupt in der Asse liegt“, sagte Dettmann.