Die neuen Vorwürfe gegen den früheren Sprecher der niedersächsischen Landesregierung zeigen, wie leichtfertig in der Staatskanzlei offenbar eine bittere Melange aus wirtschaftlichen Interessen eines Partyveranstalters, privaten Interessen von Olaf Glaeseker, dem obersten Öffentlichkeitsarbeiter der früheren Landesregierung, und öffentlichen Belangen zusammengerührt worden ist. Das Ergebnis ist der vorläufige Höhepunkt der Affäre um Günstlingswirtschaft und zweifelhafte Vergünstigungen in der Ägide des heutigen Bundespräsidenten Christian Wulff als Regierungschef in Niedersachsen.
Wulff selbst spricht von ernsten Vorgängen und kündigt an, er sei bereit, sich zu den neusten Vorwürfen bei Regierung und Staatsanwaltschaft zu äußern. Das muss man auch von ihm erwarten. Ob das dem Bundespräsidenten hilft, die neue Welle von Vorwürfen rund um ihn und seinen ehemals engsten Mitarbeiter zu überstehen, ist fragwürdig. Es ist kaum zu glauben, dass Wulffs Ex-Sprecher ohne das Wissen seines Chefs gehandelt haben soll.
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