Hannover - In ungewohnt deutlicher Form setzt sich Ex-Bundespräsident Christian Wulff gegen einen Bericht über seine Verbindung zum Filmproduzenten David Groenewold zur Wehr. „Herr Bundespräsident a.D. Wulff hat eine von Herrn Groenewold entworfene Rede nie gehalten. Die gegenteilige Darstellung ist falsch“, sagte Wulff-Anwalt Gernot Lehr am Sonntag. Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ hatte unter Hinweis auf Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover berichtet, Wulff habe 2005 den Entwurf der Rede übernommen und vor etwa 150 Vertretern der Medienbranche einen damals von Groenewold geführten Filmfonds gelobt.
Wulff und der Filmproduzent müssen sich ab November wegen Vorteilsannahme beziehungsweise Vorteilsgewährung vor dem Landgericht Hannover verantworten. In dem Verfahren wird es um die Frage gehen, ob Groenewold Wulff mit der Übernahme von Hotelkosten motivieren wollte, für eines seiner Projekte um Geld zu werben.
