Ein TV-Duell nach dem anderen flimmert dieser Tage in die Wohnzimmer. Unmittelbar vor der Bundestagswahl darf sich auch der beliebteste Politiker Deutschlands im Studio mit der politischen Konkurrenz messen. Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) tritt am Sonnabend (20.15 Uhr) bei der Wahlshow von Stefan Raab (Bild) an. Gegner in der Elefantenrunde sind SPD-Chef Franz Müntefering, FDP-Chef Guido Westerwelle und Jürgen Trittin (Grüne). Wulff wolle Jungwähler bewegen, ihr Kreuzchen zu machen, erklärte die Staatskanzlei. Am besten wohl an der richtigen Stelle.
Wahlkampfhilfe anderer Art leistet Hans-Heinrich Sander. Der FDP-Umweltminister will die darbende Bundespartei kulinarisch unterstützen. Als Sander erfuhr, dass die Westerwelle-Truppe bei der Wahlparty wieder einmal nur Brezeln und Bier reichen wollte, organisierte er spontan einen Hilfskonvoi. So werden am Sonntag Würstchen, Buletten und Kartoffelsalat aus Niedersachsen nach Berlin gekarrt. Der Minister äußerte Verständnis dafür, dass die Kollegen das knappe Geld lieber in den Wahlkampf stecken. Sander hofft aber, dass die „niedersächsischen Rohstoffe“ im Endspurt Wirkung zeigen.
Effe-Effekt im Landtag: Geklärt werden muss, ob der SPD-Politiker Axel Plaue Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) beleidigt hat oder nicht. Anlass des Disputs war ein uralter SPD-Entwurf zum Spielbankengesetz. Möllring präsentierte das Papier mit der Unterschrift des damaligen SPD-Fraktionschefs Gerhard Schröder im Landtag. „Ferkel“ rief Plaue daraufhin in den Saal – oder auch nicht. Zumindest die CDU wollte das Schimpfwort gehört haben. Er könne doch nicht Ferkel zum Kanzler sagen, entgegnete Möllring dem verdutzten Plaue. Der SPD-Hinterbänkler erklärte, er habe lediglich gerufen, dass er den Wisch nicht lesen könne. Für Möllring ein zweiter Fall Effenberg. Der Ex-Fußballer wurde bestraft, weil er Polizisten als „Arschlöcher“ beschimpft hatte. Effe konnte sich aber nur an ein „Guten Abend“ erinnern. „Man weiß nicht, wer Recht hat“, so der Minister.
Die Zahl der Fahrrad-Diebstähle in Niedersachsen ist rückläufig. Umso trauriger, wenn es einen Azubi der Grünen trifft. Da half auch kein wachsamer Blick des Pförtners. Frank Kruft musste aber nicht lange trauern. Die Truppe von Fraktionschef Stefan Wenzel startete eine Sammelaktion. 210 Euro gab es als „zweckgebundenen Zuschuss“ zum Geburtstag. Kruft bedankte sich und kann bald wieder in den Landtag radeln.
