Hannover/Oldenburg - Die Zahl jüdischer Gemeindemitglieder im Bundesland Niedersachsen ist im vergangenen Jahr leicht gesunken. Auch deutschlandweit gab es einen vor allem durch Überalterung ausgelösten Rückgang, wie aus der neuen Statistik der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland hervorgeht. Ende vergangenen Jahres zählten die Gemeinden in Niedersachsen insgesamt 8193 Mitglieder, ein Jahr zuvor waren es noch 8245.
Die durch den Zuzug von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion in den neunziger Jahren stark angestiegene Zahl von Gemeindemitgliedern ist bundesweit seit 2006 rückläufig. Wurden damals noch 107 794 Mitglieder erfasst, waren es Ende vergangenen Jahres nur noch 101 338.
Hannover als Zentrum
Das mit Abstand größte Zentrum jüdischen Lebens in Niedersachsen ist Hannover, neben der Hauptgemeinde mit 4431 und der liberalen Gemeinde mit 729 Mitgliedern gibt es dort auch die deutschlandweite Zentrale der bucharischen Juden mit 278 Mitgliedern.
Die Vorfahren dieser jüdischen Gruppierung wanderten einst aus babylonischer Gefangenschaft unter anderem nach Buchara im heutigen Usbekistan aus, was ihnen letztlich zu ihrem Namen verhalf.
Die jüdische Gemeinde in Osnabrück zählt 1063 Mitglieder, die in Oldenburg 325 und die in Braunschweig 310 Mitglieder. Mit 195 Gläubigen gibt es in Hameln die zweitgrößte liberale Gemeinde in Niedersachsen.
