Bremen - ,Er wollte seiner Frau und den drei kleinen Kindern ein besseres Leben bieten - und verkaufte deshalb in großem Stil Schmuggelzigaretten in Bremerhaven. Dafür hat das Landgericht Bremen den 50-Jährigen am Dienstag zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Sein 22 Jahre alter Sohn erhielt eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten. Er hatte seinem Vater beim Verladen der unversteuerten Zigaretten geholfen.

41 Lieferungen mit durchschnittlich 750 Stangen Zigaretten hatte der 50-Jährige zwischen 2012 und 2014 aus Polen erhalten und an Kunden in Bremerhaven weiterverkauft. Der Schaden für den deutschen Fiskus war enorm: Fast eine Million Euro an Steuern entgingen ihm. Der Gewinn für den Verurteilten hielt sich dagegen in Grenzen: Etwa 34 000 Euro brachte ihm der illegale Handel insgesamt ein.

Monatlich seien das etwa 1000 Euro mehr in der Haushaltskasse gewesen, sagte der Vorsitzende Richter Thorsten Prange. „In der Familie ist es finanziell sehr beengt zugegangen.“ Der Handel mit den illegalen Zigaretten sei deshalb verlockend für den 50-Jährigen gewesen. Seinem Sohn zahlte er ein geringes Taschengeld, damit ihm dieser zur Hand ging. Der 22-Jährige hat sich dadurch in 25 Fällen der Beihilfe schuldig gemacht.

Dem Urteil war eine Verständigung zwischen den Prozessbeteiligten vorangegangen, die das Verfahren deutlich verkürzte. Die Richter hatten den Männern eine überschaubare Strafe in Aussicht gestellt, wenn sie ein Geständnis ablegen. Der 50-Jährige habe seine Taten nicht nur umfassend eingeräumt. „Sie haben auch Reue gezeigt“, wandte sich Prange an ihn. Der Mann brach am Ende der Urteilsbegründung in Tränen aus.

Möglicherweise bleibt ihm das Gefängnis erspart. Weil er bereits länger in Untersuchungshaft saß, muss er nur noch 15 Monate der Haftstrafe verbüßen. Diese könnte die Staatsanwaltschaft außer Vollzug setzen.