ZWISCHENAHN/HANNOVER - Die CDU/FDP-Landesregierung will den drohenden Stellenabbau bei den niedersächsischen Spielbanken verhindern. „Wir sind im Gespräch mit den Spielbanken“, sagte die Staatssekretärin im Finanzministerium, Cora-Jeanette Hermenau, dieser Zeitung. Es werde nach einer Regelung gesucht, die für alle praktikabel sei. Eine pauschale Senkung der Spielbanken-Abgabe, wie sie die Gewerkschaft „Verdi“ fordert, wird es laut Hermenau aber nicht geben.

„Verdi“ hat die Landesregierung zum Handeln aufgefordert und Protestaktionen angekündigt. „Verdi“-Glücksspielexperte Bernhard Stracke sagte am Mittwoch in Hannover, das Land solle die Spielbanken-Abgabe auf 50 Prozent senken. Derzeit werden 70 Prozent der Bruttospielerträge an das Land abgeführt. Bei den zehn Spielbanken in Niedersachsen stehen angesichts von Gewinneinbrüchen – wie berichtet – rund 120 von 460 Arbeitsplätzen auf der Kippe. Davon betroffen seien Beschäftigte im klassischen Tischspiel an den Standorten Hannover, Bad Zwischenahn und Bad Harzburg. Es gehe um Einsparungen von rund vier Millionen Euro. „Verdi“ rechnet mit bis zu 80 weiteren Entlassungen im Automatenbereich.

Das Bruttoeinspielergebnis der Spielbanken ist in den ersten elf Monaten 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent auf rund 66 Millionen Euro gesunken. Hauptgründe seien das Rauchverbot sowie der neue Glücksspiel-Staatsvertrag, der Ausweiskontrollen vorsieht.