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Gottesdienst in Ostfriesland Greetsiel zeigt sich solidarisch mit den Krabbenfischern

Greetsiel zeigt Solidarität mit den Krabbenfischer: Auf einem solidarischen Gottesdienst am Sonntag fanden Pastor Hartmut Lübben (von rechts) und Fischer-Sprecher Gerold Conradi klare Worte zur Angst des Berufszweigs vor der neuen EU-Verordnung.

Greetsiel zeigt Solidarität mit den Krabbenfischer: Auf einem solidarischen Gottesdienst am Sonntag fanden Pastor Hartmut Lübben (von rechts) und Fischer-Sprecher Gerold Conradi klare Worte zur Angst des Berufszweigs vor der neuen EU-Verordnung.

Arne Haschen

Greetsiel/Krummhörn - Beten – das wird die Probleme in unserer Welt nicht auf wundersame Weise beheben: Pastor Hartmut Lübben fand am Sonntag auf dem solidarischen evangelisch-freikirchlichen Gottesdienst für Greetsiels Fischer klare Worte dazu, was eine solche Veranstaltung leisten kann und was nicht. Dass rund 100 Menschen den Weg in die Kirche im Fischerdorf gefunden hatten, stärkt den um ihr Überleben kämpfenden Seeleuten aber den Rücken: „Wir erfahren viel Zuspruch aus der ganzen Küstenregion, das macht uns Mut“, berichtete Gerold Condradi, Sprecher der Greetsieler Krabbenfischer.

Kommentar
Ein Krabbenkutter im Watt vor Neuharlingersiel. Geht es nach den Plänen der EU-Kommission, wird es ein solches Bild schon bald nicht mehr geben.

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Zukunft auf dem Spiel

Denn sie alle haben Angst vor der neuen EU-Verordnung, die mit dem grundlegenden Verbot von Grundschleppnetzen das Aus des gesamten Berufszweigs im Frühjahr 2024 bedeuten würde – und auch das Aus für Greetsiel, wie es heute ist. Conradi: „Wir fürchten wirklich um das Ende unserer Existenz.“

Neben den rund 60 Familien vor Ort, die hinter Deutschlands größter Fangflotte stehen und von der Fischerei leben, müssen auf die verarbeitenden Betriebe und die angehängte Gastronomie um ihren Fortbestand bangen.

Fischer haben im Hafen von Neuharlingersiel Transparente aufgehängt.

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Neuharlingersiel
Gedenktafel für Greetsiels Krabbenfischer: Wenn das Aus für Schleppnetzfischerei wie angedroht EU-weit kommt, steht der Berufszweig in Ostfriesland in 2024 vor dem Aus. Bild: Arne Haschen

Gedenktafel für Greetsiels Krabbenfischer: Wenn das Aus für Schleppnetzfischerei wie angedroht EU-weit kommt, steht der Berufszweig in Ostfriesland in 2024 vor dem Aus. Bild: Arne Haschen

Diese Problematik wurde in den vergangenen Tagen zwar bundesweit in den Medien thematisiert, eine Abwendung der Verordnung ist damit aber nicht garantiert.

Parolen und Protest

Pastor Lübben kritisierte in dem Zusammenhang auch die polarisierende Meinungsmache, die im Kontext der Ängste der Krabbenfischer vor allem online stattfindet, denn: „Der Protest unserer Fischer wird gerade oft für Parolen instrumentalisiert“. Auch, dass der Vorstoß für ein undifferenziertes Fangverbot am Meeresgrund gar nicht über öffentliche Abstimmungen auf den Weg gebracht wurde, „ist unsympathisch“. Dagegen wollen auch Greetsiels Fischer am 23. März in Büsum mit ihren Berufskollegen protestieren – und dazu auch mit Teilen der Fangflotte vor Ort sein, wie Conradi ankündigte.

Fischer protestieren mit einem Transparent im Hafen Neuharlingersiel, dahinter (v. l.) die Bürgermeister Hilke Looden (Krummhörn), Hans-Peter Heikens (Jemgum), Ministerin Miriam Staudte (Grüne), Andreas Eden (Kurdirektor Neuharlingersiel), Karin Emken (SPD–Landtagsabgeordnete), Bürgermeister Jürgen Peters (Neuharlingersiel), Dirks Sander (Vorsitzender Fischereiverband) und David de Leeuw (Muschelfischer).

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Neuharlingersiel

In Greetsiel, Norddeich und anderen ostfriesischen Küstenorten sind dieser Tage deshalb hunderte schwarze Holzkreuze an Wegesrändern und Hafenmolen aufgestellt, die analog zu den grünen Kreuzen der Landwirte in 2019 auf das Ende des traditionsreichen Berufszweigs hinweisen.

Arne Haschen
Arne Haschen Digitalteam Wesermarsch
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