Aurich - Als „wiebodoc“ gibt die Auricher Notärztin Wiebke Kempen bei Instagram Einblicke in ihren Berufsalltag, aber auch Gesundheits- und Ernährungstipps. Mittlerweile folgen ihr mehr als 4000 Benutzer und schauen regelmäßig ihre Videos, in denen sie auch von vergangenen Einsätzen, dem Rettungsdienst allgemein und vielem mehr berichtet. Und zum täglichen Instagram-Update gehört auch ein Motivationsposting, bei denen es vor allem um mehr Selbstfürsorge geht.
Mein Job ist wie eine Schachtel Pralinen
Eigentlich wollte sie gar nicht Notarzt-Influencerin werden, als sie sich bei Instagram zu Jahresbeginn registrierte. Vielmehr war ihr Ziel, passive Nutzerin zu sein und selbst Ernährungs- und Abnehmtipps zu bekommen: „Mir ging es vor allem um Rezepte, mein Bruder hatte mich auf die Idee gebracht“, erinnert sich Kempen. Doch im Laufe der Zeit kam auch die Idee auf, über den Rettungsdienst und ihr Notarzt-Dasein zu berichten: „Ich liebe meinen Job und vergleiche ihn gern mit einer Schachtel Pralinen. Äußerlich sind alle gleich, doch man weiß nie, was einen wirklich erwartet. Als ich das erste kurze Video gepostet hatte, habe ich gesehen, dass das sehr gut ankommt.“ Seither gehören tägliche Videos zum Alltag der Medizinerin, die hauptberuflich in einer Praxis in Augustfehn arbeitet.
Am Wochenende oder im Urlaub im NEF
Am Wochenende oder in Urlaubszeiten verbringt sie dann ihre Tage auf der Auricher Wache – und die dortigen Kollegen zählt sie schon zu ihrer zweiten Familie: „Wir verbringen hier meist 24-Stunden-Schichten miteinander, da ist ein gutes Miteinander extrem wichtig.“ Und auch wegen der teils belastenden Einsätze findet Kempen es essenziell, dass sie sich mit ihren Kollegen bestens versteht. Noch heute erinnert sie sich an einen ihrer schlimmsten Einsätze, damals ging es um einen plötzlichen Kindstod. Schnell nach Einsatzbeginn war klar, dass sie für den kleinen Menschen nichts mehr tun können: „Das belastete mich und uns alle damals sehr. Da gehört es dann unbedingt dazu, im Nachgang offen darüber zu sprechen und die Erlebnisse so zu verarbeiten.“
Leben retten und Dankbarkeit erfahren
Doch wo Schatten ist, da gibt es auch Licht – das gilt auch für die Notärztin: „Der schönste Einsatz, an den ich mich erinnere, war eine erfolgreiche Reanimation. Am Abend saß der Mann wieder im Krankenbett und hat sich nachfolgend bei uns bedankt, dass wir sein Leben gerettet haben. Das ist es, was mich glücklich macht. Einsätze, bei denen wir helfen, Leben retten – und dafür auch noch Dankbarkeit erfahren.“
