Norden - Kaum war bekannt, dass die Ausstellung des Bestseller-Autoren Klaus-Peter Wolf vom Dörper Weg in den zurzeit leerstehenden Pavillon auf dem Norder Marktplatz zieht, da war die Empörung teils riesengroß. In den sozialen Medien ergoss sich ein regelrechter Shitstorm über den Erfinder der Ostfriesenkrimis – doch was ist dran an den zahlreichen Behauptungen, die Kritiker aufstellen? Nachfolgend finden sich einige Behauptungen, die sinngemäß wiedergegeben werden und natürlich auch die dazugehörigen Daten und Fakten.
Behauptung: Klaus-Peter Wolf hat die ehemalige Betreiberin aus dem Café gedrängt und alles war ein abgekatertes Spiel
Das stimmt keineswegs, denn Klaus-Peter Wolf hatte weder die Idee für den Umzug in den Pavillon, noch hatte er etwas mit dem Auszug der ehemaligen Café-Betreiberin zu tun, wie er selbst und auch die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden (WBN) unabhängig voneinander bestätigt haben. Die Idee für den Umzug hatten indes die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden, wie der kaufmännische Geschäftsführer Thorsten Schlamann auf Anfrage sagte: „Die Idee kommt aus dem Hause der WBN und ist aus der Not heraus geboren, dass wir die bisher genutzten Räumlichkeiten am Dörper Weg zum 30.06. haben räumen müssen.“
Und dass die ehemalige Betreiberin des Cafés auszog, liegt an einem Zwist mit den WBN. Diese haben ihr verschiedene Ultimaten gestellt, ließen die Betreiberin lange im Ungewissen und letztlich zog sie die Reißleine und bewarb sich nicht erneut um die Fortführung des Cafés. Letztlich entschieden die WBN, das Café bald veräußern zu wollen – und daran halten sie auch weiterhin fest.
Behauptung: Das Café musste schließen wegen der baulichen Begebenheiten, aber eine Ausstellung darf eröffnen – da stimmt doch etwas nicht!
Auch das ist nicht richtig, wie die WBN auf Nachfrage klarstellen: „Das Gebäude ist ohne Frage renovierungs-, bzw. restaurierungsbedürftig. Es befindet sich aber keinesfalls in einem Zustand, der die Betriebssicherheit ausschließt.“ Auch bedarf es keiner Nutzungsänderung oder Ähnlichem, denn „die aktuelle Genehmigungslage lässt einen Betrieb wie umgesetzt zu. Darüber hinaus ist die Nutzung, wie gesagt, temporär angelegt.“
Behauptung: Das ist doch wieder nur was für Touristen!
Sicherlich kommen zu einem großen Teil auch Touristen in die Ausstellung des Autoren, aber längst nicht nur. Es gibt zahlreiche Fans der Reihe, die in Norden und Umgebung leben. Eine genaue Aufschlüsselung, wie viele Personen von auswärts die Ausstellung im Dörper Weg besucht haben und wie viele Touristen waren, gibt es allerdings nicht.
Behauptung: Davon haben die Norder doch überhaupt nichts!
Und auch diese Behauptung ist nicht richtig. Denn zum einen profitieren die Norder auch von Klaus-Peter Wolf und seinen Büchern als Anziehungspunkt für Touristen, die wiederum in hiesigen Gastronomien und Co. Geld ausgeben. Und die Eintrittsgelder der Ausstellung im Dörper Weg wiederum wurden zu 100 Prozent dem Hospiz am Meer in Hage gespendet. Im Fall des Pavillons gehen die Verantwortlichen seitens der WBN davon aus, dass die Ausstellung so gut besucht sein wird, dass eine vollständige Kostendeckelung möglich sein wird – und: „Darüber hinaus zahlen „Ostfrieslandkrimis“ und deren Verfilmung ungemein auf die Marke Norden-Norddeich ein“, wie Schlamann auf Nachfrage sagte.
