Norden - Die einen freut’s, die anderen finden es, gelinde gesagt, äußerst schwierig: Die Klaus-Peter Wolf- und Ostfriesenkrimi-Ausstellung eröffnet voraussichtlich nächste Woche an einem neuen Standort: dem Pavillon auf dem Norder Marktplatz. Kaum wurde die Nachricht publik, da ergoss sich ein regelrechter Shitstorm in den Kommentarspalten der sozialen Medien. Reichlich Kritik wurde daran geübt, aber auch einige Behauptungen aufgestellt.
Aber zurück zu Klaus-Peter Wolf – und der Frage, wie der Autor mit der Abneigung und der Kritik umgeht, die ihn in so mancher Kommentarspalte entgegengebracht wird? „Ich bin Kritik gewöhnt“, sagt Wolf. „Immer dann, wenn Dinge passieren, die einen Künstler besonders in das Licht der Öffentlichkeit bringen, dann gibt es immer auch Menschen, die sich daran reiben, daran stören und auf die Person losgehen.“ Und Wolf ist überzeugt: „Eigentlich werden die Menschen nur ihren Frust los, der mit dem Künstler selbst gar nichts zu tun hat.“
Ein Ventil, um eigenen Frust abzubauen
Wolf glaubt, dass Künstler in solchen Fällen mehr als Projektionsfläche dienen und es eigentlich gar nicht um die Inhalte selbst geht: „Ich habe mit dem Umzug nichts zu tun gehabt, erfuhr selbst erst davon, als die ersten Plakate klebten. Und trotzdem werde ich dafür verantwortlich gemacht, das ist einfach falsch. Aber trotzdem wird Gegenteiliges behauptet“, so Wolf. Ändern könne er das nicht. Es werde immer Kritiker geben: „Das sind oftmals Menschen, die mit sich selbst und dem Leben unzufrieden sind. Menschen, die sich irgendwen aussuchen, auf den sie losgehen können, um ihren eigenen Frust loszuwerden. Und je weniger sie dabei über die Person wissen, die sie da angehen, desto einfacher ist es. Deshalb geht Kritik auch oft los mit: ’Ich habe zwar keines seiner Bücher gelesen, aber ...’“
„Hin und wieder trifft mich das auch“
Dass die Kritik Wolf kalt lässt, ist zwar meistens der Fall, aber längst nicht immer: „Es gibt Tage, da geht mir das am Arsch vorbei. Aber hin und wieder trifft mich das auch. Da kann man sich dann nicht gegen wehren, da hilft mir dann meist nur, rauszugehen und die Realität zu erleben – und raus aus der Social-Media-Scheinwelt.“ Und diese Welten unterschieden sich immens: „Als ich letztens bei ten Cate war, gab es bis zur Apotheke eine Schlange von Menschen, die sich ein Buch signieren lassen wollten. Wir sammelten richtig viel Geld für das Hospiz nebenbei. Das war toll. Ich bade in Wohlwollen und Verehrung, das gibt mir Kraft und macht Lust, weiterzumachen.“ Zudem sei es bis dato auch noch nie dazu gekommen, dass ihm in der Realität Verachtung entgegengebracht wurde: „Die tummeln sich nur bei Social Media. Oft haben die dann nicht mal ein Profilbild und kotzen sich aus. Das ist eben so – das kann man nicht ändern.“
Pavillon ist nicht die letzte Station
Wolf freut sich jedenfalls schon sehr auf die baldige Eröffnung an neuem Standort, auch wenn dies wiederum nicht die letzte Station sein wird: „Der Pavillon ist eigentlich auch zu klein. Aber es ist eine tolle Übergangslösung, bis wir was Neues haben. Und so steht das Gebäude nicht leer und wird nicht zu einem Schandfleck inmitten der Stadt. Das ist super.“
