Norden - Eigentlich wollte Bürgermeister Florian Eiben im Sommer 2023 eine „Arschbombe“ ins Wasser zur Eröffnung des neuen Norddeicher Freibads präsentieren, wie er damals kurz nach der gewonnenen Bürgermeisterwahl bekanntgab. Daraus wird nichts – denn wie Eiben dieser Redaktion sagte, habe er „nicht bedacht, dass wir ja nur ein halbes Jahr lang bauen können – aufgrund der Lage des Bades an der Küste.“ Doch wie steht es jetzt, ein Jahr vor dem angedachten Baustart, um die Neubaupläne – und wird Eiben 2025 ins wohltemperierte Nass springen können? Eine Nachfrage bei den Wirtschaftsbetrieben der Stadt Norden zeigt: Es gibt noch eine Menge offener Fragen zu klären – und schon weit vor dem ersten Spatenstich gab es große Aufregung um die Neubaupläne.

Frage: Wie ist der aktuelle Stand der Planungen in puncto Freibad-Neubau?

Antwort der Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden Die Planungsbüros sind beauftragt, ein Ortstermin zur Sichtung hat mit allen Beteiligten stattgefunden, derzeit werden die Grundlagen der Planung ermittelt. Der Bauherr hat ein internes Expertenteam berufen. Derzeit werden durch die Planer die Grundlagenermittlungen durchgeführt sowie notwendige Voruntersuchungen definiert und angefragt.

Die im Förderbescheid enthaltene Frist sieht folgenden Zeitrahmen vor: Der Bewilligungszeitraum des Förderbescheids endet am 31.12.2025, das heißt, bis zu diesem Zeitpunkt soll das neue Freibad für die Bürger der Stadt Norden fertiggestellt und abgerechnet sein. Der Baubeginn ist derzeit für Frühjahr 2024 vorgesehen, weil nach der Deichschutzverordnung jeweils eine Ruhezeit vom 01. Oktober bis zum 15. April gilt. In der jetzigen Leistungsphase ist noch keine Erstellung eines Bauzeitenplanes vorgesehen, weil die Rahmenbedingungen noch geklärt werden und noch Abstimmungen mit den Behörden erfolgen müssen.

Frage: Wie verhält es sich vor dem Hintergrund der momentanen Inflation, der gestiegenen Energiekosten und den allgemein höheren Kosten, vor allem im Bereich der Rohstoffe, mit den derzeit kalkulierten Baukosten für das Freibad?

Antwort der Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden: Zu diesen Sachverhalten kann zum jetzigen Zeitpunkt noch keine belastbare Aussage getroffen werden. Die Kostenplanung wird durch die beauftragten Planer erst in den nächsten Planungsstufen betrachtet und in den frühen Planungsphasen können durch Wahl von Entwurfsvarianten und Alternativen sowie Abwägungen von Risiken noch deutlicher Einfluss auf die Baukosten genommen werden. Insofern besteht noch – unter der Voraussetzung des im Förderbescheid festgelegten Angebotsportfolios und der Förderkriterien („Bau eines neuen Schwimmbeckens mit unterschiedlichen Zonen und Wassertiefen / Barrierefreiheit vollständig herstellen / Klimaschutzziele umsetzen“) – noch Handlungsspielraum. Derzeit ist in bestimmten Branchen des Bausektors eine leichte Beruhigung des Marktes im Hinblick auf die Verfügbarkeit von Baustoffen sowie einiger Materialpreise erkennbar. In jedem Falle wird eine umfassende Risikobewertung im Zuge der Planung vorgenommen.

Frage: Wie soll das neue Freibad künftig energetisch versorgt werden? Mit welchen jährlichen (Unterhaltungs-)Kosten wird da gerechnet?

Antwort der Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden: Die zukünftige energetische Versorgung des Freibades ist noch Gegenstand der Abstimmungen. Mögliche Energieträger im Sinne der im Förderbescheid genannten Klimaschutzziele wären unter anderem Windstrom, Fernwärme oder BHKW-Nutzung. In jedem Falle wird der Einsatz einer wassergeführten Solarabsorberanlage auf dem Dach des Haus des Gastes zeitnah durch die Planer geprüft. Diese Anlagen werden bei Freibädern häufig verwendet, weil diese sich in der Regel durch relativ geringe Kosten im Bau und Unterhalt und durch kurze Amortisationszeiten auszeichnen und die in der Freibadsaison verfügbaren sommerlichen Sonnenstunden wirtschaftlich nutzen. Zum jetzigen Zeitpunkt kann der Betrieb daher nur von den bislang in der Zielplanung erarbeiteten Verbräuchen und Unterhaltskosten ausgehen. Wie sich die Energiepreise zukünftig entwickeln werden, kann derzeit noch nicht abgesehen werden. Durch die Verbindung mit den Stadtwerken ist hier aber eine Kompetenz vorhanden, die rechtzeitig mit in die Überlegungen zum Betrieb einbezogen werden wird.

Frage: Wie steht es um die Finanzierung? Von welchen Gesamt-Kosten wird momentan ausgegangen und wer trägt welchen Anteil?

Antwort der Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden: Es gibt einen vorliegenden Zuwendungsbescheid des Bundes. Dieser Bescheid sieht einen Finanzierungsplan mit einer Bundesförderung aus dem „Bundesprogramm zur Sanierung Kommunaler Einrichtungen in den Bereich Sport, Jugend, Kultur“ mit einer gedeckelten Fördersumme von ca. 42 Prozent entsprechend maximal 2,431 Millionen € netto bei einem Gesamtvolumen von 5,745 Millionen Euro netto vor. Durch den Bauherrn werden Risiken für evtl. Kostensteigerungen eingeplant und eingestellt. Eine Erhöhung der Förderung ist nicht möglich.

Frage: Wann können die ersten Gäste dann ins wohltemperierte Nass springen?

Antwort der Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden: Die Fertigstellung ist laut Zuwendungsbescheid für das Jahr 2025 vorgesehen. Gebaut werden darf jedoch nur jeweils im Sommerhalbjahr.

Aike Sebastian Ruhr
Aike Sebastian Ruhr Ostfriesland-Redaktion/Norden