Osteel - Es tropft aus der Decke und auf dem Boden haben sich große Pfützen gebildet, die Möbel sind ruiniert und der Brandgeruch liegt auch zwei Tage nach dem verheerenden Brand in der Nacht in der Luft des Wohnzimmers, Kinderzimmers und dem Flur. Familie Ellerbrock aus Osteel steht vor den Trümmern ihrer Existenz, nachdem in der Nacht vom 1. auf den 2. Januar in ihrem Wohnbereich ein Feuer ausgebrochen ist. Ihr gesamtes Hab und Gut ist entweder den Flammen zum Opfer gefallen oder wurde durch Löschwasser und den Regen der letzten Tage ruiniert. Selbst ein Sofa, das sie noch nicht einmal abbezahlt haben, ist nur noch Schrott. Genau wie alles andere. Als die Familie bei einem Besuch vor Ort die Räumlichkeiten zeigt und das Ausmaß der Schäden sieht, steckt ihnen ein Kloß im Hals: „Alles Schrott, alles hin“, murmelt Jens.
Der Brand ist unter den Dachziegeln entstanden.
Aike Sebastian Ruhr
Die Deckenvertäfelung musste für die Löscharbeiten abgenommen werden, das Zimmer ist durch Wasser und Rauch unbewohnbar.
Aike Sebastian Ruhr
Im Wohnzimmer steht Wasser in Pfützen, die Möbel sind nur noch Schrott. Das große Sofa war noch nicht einmal abbezahlt und nun kann Familie Ellerbrock es nur noch entsorgen.
Aike Sebastian RuhrKeine Hausratversicherung abgeschlossen
Und damit nicht genug: Sie haben nicht nur alles verloren, sondern werden so schnell auch nichts wiederbekommen. Denn sie hatten vor dem Brand keine Hausratversicherung abgeschlossen, weil sie glaubten, dass dies nicht nötig sei: „Wir leben ja quasi in einem Haus mit Opa und der hat eine, uns wurde da nichts von gesagt“, erklärt Denise. Ein Fehler, der die Familie nun teuer zu stehen kommt.
Wer der Familie helfen möchte, der kann sich derzeit nur persönlich an sie wenden. Besonders dringend wird zurzeit Geld benötigt, aber auch Futter für die Hunde und Katzen der Familie wären gerngesehen. Andere Sachspenden, beispielsweise Möbel, können derzeit nicht untergebracht werden und mit Klamotten ist die Familie vorerst versorgt.
In der nächsten Zeit soll auch noch ein Spendenkonto eingerichtet werden. Sobald das der Fall ist, wird unsere Redaktion die Kontonummer selbstverständlich veröffentlichen. Zurzeit wäre es allerdings das Beste, wenn das Geld in einem Umschlag bei der Familie abgegeben wird. Die Adresse lautet: Westfriesenstraße 11 in Osteel.
Wie die Zukunft der Familie nun aussieht, ist nämlich noch offen. Zwar wird derzeit das Dach notdürftig gedeckt durch die Brandschutzversicherung des Opas, der im vorderen Teil des Hauses lebt. Doch ob und inwieweit der Wohnbereich der Familie Ellerbrock wiederhergestellt wird, ist noch völlig offen: „Wir wissen nichts und hoffen einfach auf ein Wunder“, so Jens.
Große Spendenbereitschaft
Allerdings gibt es einen kleinen Lichtblick, denn am Schicksal der Familie nehmen zahlreiche Personen anteil. Mehrere Spendenaufrufe wurden gestartet und es gab auch schon erste Spenden. Sowohl Bargeld als auch Möbel und Klamotten wurden der Familie schon gebracht: „Darüber sind wir auch extrem dankbar, sonst müssten wir noch immer die Klamotten der Brandnacht tragen“, sagte Denise. Und in ihrem Fall war es lediglich ein knappes Oberteil, das sie trug: „Wir waren gerade auf dem Weg ins Bett, als mein Bruder reinplatzte und sagte, dass unser Dach brennt“, erinnert sich die 28-Jährige. Ihr Mann Jens war nur mit einer Unterhose bekleidet, als er die Kinder und seine Frau aus dem Haus brachte und noch versuchte, die wertvollsten Gegenstände in Sicherheit zu bringen. Weitere Erinnerungen an die Brandnacht haben die beiden kaum: „Wir standen unter Schock, das verging alles wie im Film“, so Jens. „Ein schrecklich schlechter Film.“
Tochter oder Bruder schuld am Brand?
Mittlerweile haben die Eltern die Geschehnisse schon relativ gut verarbeitet, sagen sie. Schlafen können sie aber nicht mehr wie vorher: „Man hört immer und bei jedem knisternden Geräusch wache ich auf“, so Denise. Und auch die Frage, wie es überhaupt zu dem Brand kommen konnte, beschäftigt sie nach wie vor. Zunächst kam der Verdacht auf, wie Denise sagt, dass ihre Tochter womöglich heimlich gezündelt haben könnte, weil sie in der Brandnacht aus dem Kinderzimmer Geräusche hörte. Doch diesen Gedanken hat sie schnell wieder verworfen. Nun glaubt sie, dass der Brand womöglich eine Folge der Böllerei des Bruders sein könnte: „Wir sind uns nicht sicher, aber das findet der Brandermittler raus“, so Denise. Bis sie in einigen Wochen oder gar Monaten wieder in ihr Haus können, leben sie im vorderen Teil des Mehrfamilienhauses gemeinsam mit Denises Opa, den Brüdern und drei weiteren Kindern neben ihren eigenen vier: „Könnten wir hier nicht leben, wären wir obdachlos. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal in so eine scheiß Lage kommen würde“, so Jens.
Hinweis: In einer vorherigen Version des Artikels hieß es, dass sowohl der Verdacht, dass sowohl die Tochter heimlich gezündelt haben, als auch die Böllerei für den Brand ursächlich gewesen sein könnte, im Raum steht. Mittlerweile hat die Familie aber entsprechende Aussagen widerrufen.
