Norden - Im Mai hatte der kaufmännische Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Norden, Thorsten Schlamann, noch widersprochen, als es um einen möglichen Verkauf des Marktpavillons ging. Doch nun sagte er auf Nachfrage, dass die Geschäftsführung der Wirtschaftsbetriebe Norden die Empfehlung abgegeben habe, den Marktpavillon zu veräußern. Das denkmalgeschützte Gebäude, das im Besitz der Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden (WBN) ist und in dem Simone Gültzow bis Mai ein Café betrieben hatte, könnte demnach schon bald verkauft werden. Der Grund: Die WBN seien zu dem Ergebnis gekommen, dass der Marktpavillon nicht zur Erfüllung des Geschäftszweckes notwendig sei und somit auch unter den Hammer kommen könne.
Bislang kein Gremien-Beschluss
Potenzielle Käufer seien sowohl die Stadt Norden als auch Dritte, hieß es im Gespräch mit Schlamann. Um welche mögliche Verkaufssumme es sich bei dem denkmalgeschützten Gebäude handelt, sagte Schlamann indes nicht. Und noch gibt es auch keinen Beschluss der zuständigen Gremien über den möglichen Verkauf. Aber in seiner bisherigen Amtszeit habe Schlamann nicht einmal erlebt, dass die entsprechenden Gremien nicht den Empfehlungen der Geschäftsführung gefolgt seien. Demzufolge ist davon auszugehen, dass es zum Verkauf kommen wird. Nur wann, das ist noch ungewiss.
Konzept-Suche ergebnislos abgeschlossen
Bis vor Kurzem hatten die WBN offiziell noch angegeben, nach einem neuen Konzept für die Weiternutzung des Pavillons zu suchen. Im Fokus stand dabei immer eine gastronomische Nutzung. Allerdings war zuvor bereits eine Ausschreibung für eine Nachnutzung ergebnislos ausgelaufen – zwar hatten sich etliche Bewerber gemeldet, doch deren Konzepte seien mit den baulichen Gegebenheiten und der erteilten Konzession unvereinbar gewesen.
Ein unrühmliches Ende nach mehr als 16 Jahren
Zuvor hatte die ehemalige Pächterin Simone Gültzow mehr als 16 Jahre lang betrieben, bis im Dezember 2021 der Pachtvertrag auslief. Sie führte das Café Am Markt allerdings zunächst weiter, ohne neuen Pachtvertrag, aber mit der Zustimmung der Wirtschaftsbetriebe. Das brachte aber etliche Probleme mit sich, denn Gültzow drohte jederzeit der Auszug. So konnte die ehemalige Café-Betreiberin keine großen Vorräte anlegen oder Personal einstellen. Eine monatelange Hängepartie begann, die auch an ihrer Bereitschaft nagte, das Café weiterzuführen. So kam es dann auch, als sie im April und Mai den Ausverkauf startete und sich von dem gesamten Mobiliar und Inventar trennte. Seither ist das Gebäude leer, kein Ersatz ist bisher gefunden. Und ob der geplante Verkauf gelingt und wie es dann weitergeht, ist offen.
