Norden - Jörg Tapper ist nicht nur Inhaber des Cafés ten Cate in Norden, sondern gleichzeitig auch Obermeister der Konditoren-Innung Ostfriesland – und deshalb doppelt stolz, dass seine ehemalige Auszubildende Jana Schloten die Kammerbeste 2021 ihres Faches wurde. Sie ist nicht die erste ausgelernte Konditorin, die nach dem Abschluss weiter im Café ten Cate arbeitet, allein im vergangenen Jahr wurden insgesamt fünf ausgelernte Azubis von Tapper angestellt, denn der Bedarf ist groß. „Arbeitslose Konditoren gibt es nicht“, sagt der Obermeister mit Überzeugung.
Kräfte werden gesucht
Das liege nicht nur daran, dass ein Stück Torte oder Pralinen trotz jüngster Preiserhöhungen für viele Ostfriesen einfach zum Leben dazugehören, sondern auch an den Möglichkeiten, die junge Konditoren haben. „Vom Kreuzfahrtschiff bis zur Eisdiele ist ja alles möglich, und überall werden Kräfte gesucht“, weiß Tapper. „Konditoren werden weltweit mit Kusshand genommen.“ Trotz alledem sei der Ausbildungsberuf des Konditors im Vergleich immer noch „verborgen“ und im Bewusstsein von jungen Menschen gar nicht so präsent. „Aber wir haben den tollsten Beruf der Welt, denn wir zaubern den Kunden ein Lächeln auf die Lippen.“
Gleichzeitig haben sich die Ausbildungszahlen im Konditor-Handwerk momentan nahezu verdoppelt, so Tapper. Dabei war der erste Lockdown in 2020 für sein Gewerk rückblickend „ein Schock“, bei dem auch Zukunftsängste aufkamen. Ohne Kurzarbeit ging es, wie in anderen Konditoreien der Region, dann auch im Café ten Cate nicht, heute sieht der Obermeister die Pandemiebeschränkungen aber recht gelassen – auch, weil fehlende Gäste vor Ort durch einen Online-Shop ausgeglichen werden können. „Das war eine Idee von unseren Azubis, dass wir so etwas auch brauchen“, sagt Tapper.
Digitale Extras
Er schätzt die familiäre Atmosphäre kleiner Betriebe zwar sehr – das Café ten Cate hatte einst 16 Standorte und 160 Mitarbeiter im Raum Norden, wodurch eben diese gemütliche Stimmung jedoch verloren ging –, für die Zukunftssicherheit eines Konditoreibetriebs gehörten solche digitalen Extras oder andere Angebote über das reine Tagesgeschäft hinaus mittlerweile aber dazu. „Da findet jede Generation aber auch ihren besonderen Schwerpunkt“, so Tapper.
