Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: 14 Monate, also über ein Jahr, nachdem beim Café am Markt in Norden der Pachtvertrag ausgelaufen ist, ist die Nachfolge nicht geregelt, hängt die bisherige Pächterin in der Luft. Es dauerte glatt ein halbes Jahr, nachdem der alte Pachtvertrag offenbar völlig überraschend ausgelaufen war, bis überhaupt ein Ausschreibungsverfahren gestartet wurde. Und seither sind wieder acht Monate vergangen, ohne, dass eine Entscheidung gefällt worden ist. Keine Entscheidung: Das ist das einzige nichtoffizielle Wort aus der ansonsten schweigenden Kurverwaltung. Und das Schweigen zeigt die niedrige Priorität dieses Falls bei dem städtischen Eigenbetrieb. Woran liegt das? Ist der Betrieb derart mit tollen Projekten überlastet, dass ein Routineverfahren wie eine Pachtausschreibung ganz weit hinten rangiert? Der Wechsel an der Spitze scheint daran nichts geändert zu haben. Und die Stadt kann es sich ja leisten: Ein eigentlich beliebter Anziehungspunkt mitten auf dem Vorzeigemarktplatz bleibt eben zu. Wen juckt’s? Es hat ja im Haus keine Konsequenzen. Aber gegenüber der Pächterin, die angesichts der Ungewissheit nicht mehr in den Laden investieren will und auch Personal mangels Perspektive nicht einstellen kann, sind Schwebe und Schweigen schlicht unanständig.