Norden - Die Deiche zwischen Neßmersiel und Utlandshörn sind schaufrei: Auf der Herbstdeichschau am Donnerstag gab es eine gute Note für die Küstenschutzbauwerke im Raum Norden. Ganz sorgenfrei kommen die Norder allerdings nicht davon, denn „die intensive Bekämpfung der pflanzlichen und tierischen Schädlinge ist auf der gesamten Deichstrecke fortzuführen“, wie es im Ergebnis der Schau heißt. Wie Rendant Johann Oldewurtel erklärt, sind damit speziell Nutrias und Disteln gemeint.
Die Deichschau endete wie üblich mit einer Abschlussbesprechung in der Küstenschutzhalle der Deichacht Norden. Bild: Deichacht Norden
Unerwünscht: Tunnelbauer und Stachelpflanzen
„Es sind seit der Frühjahrsschau rund zehn Tiere erlegt worden und Fallen auf der Verdachtsstrecke westlich von Hilgenriedersiel ausgelegt worden“, so Oldewurtel. Die Lage sei insgesamt noch entspannt, aber: „Das bedeutet eben auch, dass die da sind.“ Die Deichacht, beziehungsweise die zuständigen Jäger, haben deshalb weiterhin einen besonderen Fokus auf der Bekämpfung der Tiere, die Deiche untergraben können. Östlich von Neßmersiel sind Disteln weiterhin unerwünschte Gäste auf dem Grün, wie Oldewurtel erklärte. „Da werden wir jetzt auch mit chemischen Mitteln arbeiten, weil die das einzige Unkraut für uns sind, das wir wirklich nicht auf dem Deich haben wollen.“ Man wisse auch genau, woher die stacheligen Pflanzen kommen: Vom anliegenden Sommerpolder, dessen Pflege wohl zu wünschen übrig lasse. Mit den Zuständigen sei man da aber im Austausch, so der Rendant.
Reichen 2,5 Millionen Euro für Asphalt?
Der Unterhalt der Deiche und zugehörigen Anlagen geht indes auch nach dem guten Gesamtzeugnis weiter, denn die Deichacht muss weiterhin vorhandene Asphaltstreifen im Deichvorland ersetzen. „Es gab dieses Jahr kein Geld für die Verstärkung von Asphaltstreifen, wir haben da mal den Finger in die Wunde gelegt“, so Oldewurtel. Östlich von Norddeich seien noch mehrere Kilometer stark sanierungsbedürftig – nachdem in den letzten Jahren westlich des neuen Decks schon ordentlich neue Deckschichten verlegt wurden. „Der NLWKN hat uns aber Hoffnung gemacht, dass es nächstes Jahr Geld geben soll.“ Zum jetzigen Zeitpunkt seien rund 2,5 Millionen Euro geplant, weil Asphalt aber sowohl energieaufwendig in der Herstellung als auch ein Ölprodukt ist, wird bis 2023 mit Kostensteigerungen gerechnet. Oldewurtel: „Es weiß jetzt noch keiner, was das wirklich kosten wird“. Als Baumaterial sei Asphalt in diesem Bereich aber alternativlos.
